Ungewöhnlicher Einsatz von Spritzbeton:
Kapplerstollen im Bergwerk Schauinsland saniert
Der Kapplerstollen, auch als "Hebammenstollen" bekannt, ist Teil des früheren Schauinsland-Bergwerkes bei Freiburg, in welchem bis 1954 Zinkblende und Bleiglanz abgebaut und daraus Zink, Blei und Silber gewonnen wurden. Die Anfänge des Bergbaus am Schauinsland reichen zurück bis ins 12.Jahrhundert. In 800 Jahren wurde das mit etwa 100 km Länge, verteilt auf 22 Etagen, größte Grubengebäude des gesamten Schwarzwaldes geschaffen.Noch im 20. Jahrhundert war das Bergwerk mit 250 bis 400 Bergleuten ein bedeutender Arbeitgeber. Die jährliche Erzförderung betrug zuletzt fast 50.000 Tonnen mit über 10% Metallgehalt. Die Schließung aus Rentabilitätsgründen mit völliger Demontage erfolgte Ende Oktober 1954, obwohl die Erzvorräte nicht völlig abgebaut waren. Alle Stollen, auch der Kapplerstollen, wurden verschlossen.
1970 kam ein neuer Rohstoff hinzu: Trinkwasser. Zu dessen Gewinnung ließ die damals selbstständige Gemeinde Kappel den inzwischen zugebrochenen Kapplerstollen wieder öffnen und darin eine Trinkwasserfassung errichten. 1974 kam Kappel durch Eingemeindung zu Freiburg und die Trinkwasserfassung in die Obhut der Freiburger Energie- und Wasserversorgungs-AG, heute Badenova.
Verschiedene Brüche im Stollen machten eine erneute Sanierung nach über 30 Jahren notwendig und Badenova beauftragte damit die Forschergruppe Steiber aus Freiburg. Vorgabe war, den Kapplerstollen so zu sanieren, dass er nunmehr mit geringer Wartung über Jahrzehnte zugänglich bleibt.
Zur endgültigen Sicherung wurden 200 Tonnen beschleunigter maxit Spritzbeton SB80 B eingesetzt, der teilweise direkt auf das alte Grubenholz mit zusätzlicher Stahlarmierung aufgespritzt wurde. Es konnten dabei an den Stößen bis zu 30 cm Spritzbeton in einem Arbeitsgang bei geringen Rückprallmengen aufgebracht werden. Gefördert wurde der Spritzbeton bis zu 150 m tief in den Berg mit einer 50 mm Schlauchleitung und Stahlrohren. Eingesetzt wurde eine druckluftbetriebene Aliva 246 mit 5,6 l Rotor, in die der vorbenetzte Spritzbeton direkt aus einem 18-m³-Silo aufgegeben wurde.
Weitere Infos über
maxit Deutschland GmbH,
Dieter Dieudonné,
D-79206 Breisach