Modellsanierung macht neugierig

500 Besucher bei Besichtigungstag der Firma Ambros

Hopferau (jm).
Mit einem solchen Ansturm hatte die Firma Anton Ambros nicht gerechnet. Rund
500 Interessenten nutzten den Hausbesichtigungstag in Hopferau, um sich in
vor Ort über die Möglichkeiten einer energieeffizienten Altbausanierung zu
informieren.In nur fünf Wochen hatte der Ostallgäuer Holzbauspezialist ein 43 Jahre
altes Mietshaus, das bisher rund 25 Liter Heizöl pro Quadratmeter im Jahr
schluckte, in ein attraktives Passivhaus mit einem Verbrauch von 1,5 Liter
verwandelt. Wie das geht, das mussten die Ambros-Mitarbeiter den Besuchern
pausenlos erklären. Beim „Tag des offenen Niedrigenergiehauses“, einer
bundesweiten Aktion der Deutschen Energie-Agentur, stellte das Ambros-Team
die Modellsanierung einem breiten Publikum vor.

Möglich wird das kleine Umbauwunder durch den Einsatz von werkseitig
vorgefertigten, hochwärmegedämmenten Fassaden- und Dachelementen. Eine
Sanierung nach traditionellem Muster hätte viermal so lange gedauert,
erklärte Firmenchef Josef Ambros bei der Besichtigung. Außerdem wäre die
Lärm- und Staubbelastung für die Mieter viel größer gewesen.

Die Idee mit den vorgefertigten Elementen sei insbesondere bei den
Mietshaus-Besitzern unter den Besuchern auf großes Interesse stoßen, freut
sich Ambros. Es gebe schon konkrete Anfragen für weitere Sanierungsobjekte.
„Auch das Energiekonzept der Modellsanierung hat die Leute überzeugt“, fügt
der Firmenchef hinzu. „Immer mehr Menschen leuchtet ein, dass die
Energiekosten deutlich gesenkt werden müssen und dass sich dahingehende
Maßnahmen langfristig rentieren.“ Ambros geht davon aus, dass sich die
Umbausumme von 350.000 Euro aufgrund der eingesparten Energiekosten in 15
Jahren amortisiert hat.

Martin Sambale, Geschäftsführer vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu
(eza!), spricht von einem „zukunftsweisenden Projekt“. Sambale sieht in der
Verwendung von vorgefertigten Bauelementen „ein großes Potenzial“.
Einerseits könne unter Indoor-Bedingungen sehr exakt gearbeitet werden, was
beim energieeffizienten Bauen ein äußerst wichtiger Punkt sei. Außerdem
spreche die kurze Bauzeit für den Einsatz von Fertigelementen.

Im ersten Schritt hatten die Ambros-Mitarbeiter den alten Dachstuhl
entfernt. Als Ersatz bekam das Gebäude ein neues, vorgefertigtes Dach, das
hochwärmegedämmt ist und Passivhaus-Standard erreicht. Durch eine
Aufstockung und den Einbau großer Glaselemente wurden die Dachgeschosse
zudem deutlich aufgewertet.

Auch die übrigen Fenster der sechs Mietwohnungen wurden ausgetauscht, ohne
aber die alten Fensterbänke zu entfernen. „Das hat viel Arbeitszeit, Staub
und Schmutz erspart“, betont Ambros. Im Süden entstand ein großzügig
verglaster Vorbau, um die solaren Gewinne zu erhöhen.

Die Fassadenelemente, die einfach auf der alten Fassade angebracht wurden,
waren komplett vorgefertigt, inklusive Verkleidung und Fenster, und verfügen
neben einer Wärmedämmung aus nachwachsenden Materialien (Holz, Flachs,
Zellulose) über eine neuartige aluminiumbeschichtete Folie der Firma DuPont,
die bis zu 90 Prozent der Strahlungswärme in den Räumen reflektiert. „Damit
werden die Wärmeverluste nochmals deutlich reduziert“, erklärt Ambros.
Lüftungsanlagen sorgen für ein konstant gutes Raumklima.

Das Haus aus den 60er Jahren ist nach dem Umbau kaum mehr wieder zu
erkennen. Die Kombination aus farbigen Elementen und unbehandeltem
Lärchenholz gibt dem Gebäude nicht nur ein äußerst attraktives Kleid,
sondern ist auch sehr pflegeleicht.

Josef Ambros spricht von „einer enormen Aufwertung des Gebäudes“. Er ist
überzeugt davon, dass sein neues Sanierungskonzept Schule machen wird. „Die
Zahl der sanierungsbedürftigen Mietshäuser ist riesig. Das ist einer der
Zukunftsmärkte.“

Weitere Informationen:
Josef Ambros, Anton Ambros GmbH, Hauptstraße 5, 87659 Hopferau, Telefon
08364/98343-0, Fax 98343-23, E-Mail: info@ambros-haus.de, Internet:
www.ambros-haus.de

Bildunterschrift:
Firmenchef Josef Ambros erklärte beim Besichtigungstag in Hopferau die
Funktionsweise der Spezialjalousien. Sie werden nicht vor dem Fenster,
sondern zwischen den Scheiben montiert. Damit gibt es kein Windklappern
mehr, und auch das lästige Saubermachen der Jalousieblätter fällt weg.

Foto: Jensen media


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