Noch nie hat eine Keramik in einem solch kurzen historischen Zeitraum einen solch maßgeblichen und nachhaltigen Einfluss auf die

Noch nie hat eine Keramik in einem solch kurzen historischen Zeitraum einen solch maßgeblichen und nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung einer ganzen Branche genommen, wie Keramik mit niedriger Wasseraufnahme DIN EN 176 „Trockengepresste keramische Fliesen und Platten mit niedriger Wasseraufnahme E 1,0 N/mm². Werte, die bei normalerhärtenden Dünnbettmörtel erst nach 28 Tagen gemäss DIN EN 12004 eingefordert werden. Damit lassen sich bei ungünstigen Witterungsverhältnissen extreme Sicherheitsreserven bilden. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dann noch zu den oben genannten Schadensphänomenen kommt, geht somit gegen Null.

Außenwandbekleidungen

Eine Besonderheit bei hochbelasteten keramischen Belägen im Zusammenhang mit Feinsteinzeug stellen angemörtelte Außenwandbekleidungen dar. Hier gibt es in der DIN 18 515 - Teil 1 unter Abschnitt 4 den Hinweis, dass man keramische Fliesen nach DIN EN 176, wozu ja Feinsteinzeug nach wie vor gehört, verwenden kann. Gleichzeitig wird aber in Abschnitt 4.3 darauf verwiesen, dass das Porenvolumen der haftvermittelnden Schicht der Keramikrückseite mindestens 20 mm³/g betragen muss und die Porenradien > 0,2µm (2x10-4 mm). 20mm³/g bedeuten modellhaft hochgerechnet für eine Fliese einen Anteil von 3% Porenvolumen. Wir setzen dabei voraus, dass sich das Porenvolumen auf das gesamte Plattenvolumen erstreckt, da kaum anzunehmen ist, dass Fliesen hergestellt werden, welche nur in der unmittelbaren Kontaktzone Poren haben, in der Plattentiefe jedoch nicht. Damit weist man Feinsteinzeug, ob der fehlenden Poren, als nicht geeignet aus, obwohl es in den normenrechtlichen Rahmen der DIN EN 176 fällt.

Mit dieser Vorgabe will man zusätzliche Sicherheitsreserven schaffen, dergestalt, dass nicht nur die Haftung über die adhäsiven Kräfte der Dispersionsanteile gewährleistet wird, sondern zusätzlich eine Verkrallung der Hydratationskristalle des Zementes in den von der Zahl und dem Durchmesser ausreichend vorhandenen Poren stattfinden kann. Dies bedeutet nicht, dass es technisch nicht möglich wäre, mit leistungsfähigen flexiblen Mörteln oder Mörtelsystemen auch Feinsteinzeug sicher an einer Fassade auf einem Zementputz anzumörteln. Diese Möglichkeiten lassen sich durch die Einholung einer Einzelzulassung beim Deutschen Institut für Bautechniktechnisch hinterlegen. Es macht jedoch durchaus Sinn, dass man hier weiterhin sehr verantwortungsvoll und zurückhaltend bei Einsatz von Feinsteinzeug im Fassadenbereich umgeht, und hier vor allen Dingen auch an die Sicherheit der Menschen denkt, da sich die Unwägbarkeiten bei dieser verlegetechnisch anspruchsvollen Keramik eher zu einem Risiko auswachsen können, wie bei anderen Keramikarten.

Verfugung

Mit der Rechtsverbindlichkeit der DIN EN 13888 „Fugenmörtel für Fliesen und Platten“ seit Juli 2002 wurde erstmals ein umfangreiches Leistungspaket für zementäre Fugenmaterial dokumentierbar gemacht. Diese Anforderungen beinhalten im Wesentlichen:

* Mindestdruck- und Biegezugfestigkeit von > 15 N/mm² bzw. > 3,5 N/mm²
* Abriebbeständigkeit


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