Hochbarock und Hightech-GEZE in der Frauenkirche Dresden
[ 23.11.2005 ]
Im Spannungsfeld der Rekonstruktion einer historischen Kirche, unter Berücksichtigung zeitgemäßer Personen- und Gebäudeschutzanforderungen, konnte die Leonberger GEZE GmbH ein maßgeschneidertes RWA-System anbieten. Der Spezialist für Tür-, Fenster- und Sicherheitstechnik lieferte damit ein zentrales Element für den vorbeugenden Brandschutz.Der Rat der Stadt Dresden beauftragte 1722 den Architekten und Ratszimmermeister George Bähr mit der Planung einer Kirche an prominenter Stelle. Ganz im Stil des Hochbarock entwarf Bähr den monumentalen evangelisch-lutherischen Sakralbau. Seit der Fertigstellung 1743 bestimmte die markante Kuppel des weltweit größten Sandsteingebäudes die Silhouette Dresdens.
Dies änderte sich mit dem verheerenden Bombenangriff im Februar 1945. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands diente die Ruine als Mahnmal gegen den Krieg. Bereits 1989 wurde von Dresdner Bürgern der Wiederaufbau der Frauchenkirche gefordert. Daraus entstand die "Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche in Deutschland e.V.", und ein Konzept für den sogenannten archäologischen Wiederaufbau wurde entwickelte. Dies war gleichzeitig der Start eines Spendenaufrufes, dem Menschen und Organisationen aus aller Welt nachkamen und bis heute einen Betrag von rund 100 Millionen Euro spendeten. Der Wideraufbau, der 1994 begann, wurde am 30. Oktober diesen Jahres mit einer feierlichen Zeremonie, der Kirchenweihe, endgültig abgeschlossen.
Am historischen Neubau der Frauenkirche fallen neben dem hellen Sandstein und der beindruckenden Kuppel besonders die hohen und zum Teil in schwer zugänglichen Bereichen liegenden Fenster auf. Gerade hier liegen die technischen Herausforderungen für den Einbau einer modernen Rauch-Wärmeabzugsanlage. Wie der Name schon sagt ist es wichtig, dass Rauch, Brandgase und Hitze entweichen können um Personen im Gebäude die Möglichkeit zu einer geordneten Flucht zu geben und Rettungsarbeiten nicht zu behindern. RWA-Systeme bestehen immer aus mindestens drei Komponenten: ein Öffnungssystem, hier für die Fenster, eine Notstromsteuerzentrale und Feuertaster.
Um das Original-Erscheinungsbild so weit wie möglich zu rekonstruieren mussten besondere technische Anpassungen vorgenommen werden. Die RWA Anlagen arbeiten normalerweise mit 24 V Arbeitsspannung. Die Antriebe an den hohen Fenstern können nur über sehr lange Zuleitungen mit Spannung versorgt werden. Gefordert waren aber kleine Leitungsquerschnitte, die nur minimale Ausfräsungen an den Innenwänden erforderlich machten. Dies erforderte die Bereitstellung einer Sonderlösung. In Abstimmung mit dem TÜV entschied sich das Planungsunternehmen für ein bewährtes GEZE RWA System, das mit 230 V arbeitet.
Die im oberen Fensterbereich liegenden Fenster wurden mit GEZE E 206 Antrieben ausgerüstet. Auf Grund der Größe beziehungsweise des Gewichtes der Kipp- und Klappflügel wurden je zwei Antriebe verbaut. Die Mechanik, welche die Antriebskraft auf Fensterflügel überträgt ist eine Sonderanfertigung der Firma FeSa-Fenstertechnik, Kevelaer, die besonderen Wert auf ein dem Bauwerk angepasstes Design legte.
Entscheidender Sicherheitsaspekt bei allen RWA Systemen ist, dass sie netzunabhängig funktionieren müssen. Bei 24 V Systemen wird dies durch den in die RWA-Notstromsteuerzentralen integrierten Akku gewährleistet. Da hier eine 230V-Variante zur Ausführung kam, wurden GEZE Notstromsteuerzentralen E260 N 2/1 in Sonderausführung verbaut. Das komplette RWA-System ist an die bauseitige Netzersatzanlage angeschlossen, welche die Netzunabhänigkeit sicherstellt.
Weitere Informationen: www.geze.de