Dachaccessoires in Titanzink
akzentuieren Biberdeckung
In diesem Beispiel wurden Dachbauteile in Titanzink, sogenannte Dach- oder Gebäudeaccessoires, in eine klassische Doppeldeckung mit Bibern integriert. Die Arbeit überzeugt neben ihrem funktionellen Nutzwert durch werkstoffgerechte Details und gestalterische Qualität.
; &nb sp; & nbsp; Von Friedolin Behning und Frank Neumann
Der hier vorgestellte Neubau eines zeitgemäßen Betriebs- und Wohngebäudes im westfälischen Marl ist eine gelungene Verbindung gewerblich und privat genutzter Bausub- stanz. Sein mit Bibern gedecktes Dach wird durch verschiedene metallische Zubehörteile und partielle Bekleidungen funktionell und gestalterisch aufgewertet. Die Anlage gliedert sich in das zweieinhalbgeschossige Hauptgebäude, einen ebenerdigen Verbindungstrakt und die angrenzende Betriebs- und Lagerhalle mit Werkstatt. Im Mittelpunkt des Berichtes steht der Dachbereich des in Massivbauweise ausgeführten Gebäudes, welches ein ortsansässiges Bedachungs- und Bauklempnereiunternehmen für sich errichtete.
Leistungsfähiges Handwerk
Die Bauherren, selbst engagierte Dachdecker und Bau-klempner, haben hier eine ausgezeichnete Werbung nicht nur in eigener Sache geschaffen: ein gelungenes Beispiel für den Einsatz klassischer und moderner Dachbaustoffe. Dabei geht von der Kombination einer keramischen Deckung mit zusätzlichen, ergänzenden Metallbereichen ein besonderer Reiz aus. Im Gespräch mit Ingo und Arnd Neubauer, Mitinhaber des Marler Unternehmens, wird deutlich, dass ihnen außer den herkömmlichen Dacharbeiten die spenglertechnische Metallverarbeitung in großem Rahmen am Herzen liegt. Mit dem sorgfältig abgestimmten Einsatz metallischer Dach- und Gebäudeaccessoires, so Arnd Neubauer, erfüllen wir konstruktive Forderungen nach sicherem Witterungsschutz und zugleich die gestalterischen Wünsche des Bauherrn. Werkstoffgerecht gestaltete Details zeigen die individuelle Handschrift einer sorgfältigen handwerklichen Ausführung. Ab 2004 werden wir als zukunftsorientierter Betrieb auch Zimmermannsarbeiten ausführen.
Regelkonformer Dachaufbau
Die Ausgestaltung des Dachbereiches umfasst beim Hauptgebäude ein Satteldach mit ca. 38 ° Neigung. Beidseitig sind große Gaubenausbauten integriert, die in der Gebäudemitte die Dachflächen in Form zentraler Zwerggiebel durchdringen. Hofseitig vorgesetzt liegt der mittige Erschließungstrakt mit Treppenhaus, dessen oberer Abschluss von einem separaten Pultdach gebildet wird. Konstruktiv wurde ein konventioneller Holzdachstuhl zimmermannsmäßig ausgeführt, wobei der Dachaufbau eine Vollsparrendämmung mit zusätzlicher unterer Dämmung und Bekleidung erhielt. Die Dachflächen des Hauptdaches und der beiden großen Gauben sowie das Pultdach sind durchlüftet und regelkonform mit engobierten Creaton-Rundschnittbibern 18/38 auf Konterlattung und unter Verwendung einer diffusionsoffenen Unterspannbahn gedeckt.
Aus den bereits erwähnten Gründen wurden zahlreiche Dachdetails klempnertechnisch aus RHEINZINK® ausgeführt, wobei man sich einheitlich für die Oberflächenqualität Rheinzink vorbewittert pro, blaugrau entschied. Die Klempnerarbeiten umfassen alle Ortgänge, die Traufuntersichten bzw. -blenden, die gesamten Gaubenfrontflächen und -seitenwangen sowie die komplette Dachentwässerung.
Metallarbeiten in Klempnertechnik
Alle mit Rheinzink bekleideten vertikalen Flächen sind in
Winkelstehfalztechnik ausgeführt. Durch die Entscheidung für Scharbreiten / Achsmaße von 530 mm und eine Metalldicke von 0,80 mm sowie komplette werkstattmäßige Vorfertigung wurde eine optisch sehr ansprechende Ebenheit in den Flächen erzielt, genauso wie gradlinige, gleichmäßige Kantungen und Falze und - last but not least - fleckenfreie, saubere Oberflächen. Letzteres setzte voraus, dass der Vorfertigung, dem Transport , der Lagerung und der Handhabung der Metallteile entsprechende Sorgfalt galt. Für die tragende Unterkonstruktion der metallischen Bekleidungen, Abdeckungen und Anschlüsse wurden OSB-Platten verwendet und eine geeignete Trennlage von Dörken eingesetzt. Alle Konstruktionen sind hinterlüftet ausgeführt.
Neben den vorbildlich gearbeiteten vertikalen Flächen und Blenden in Winkelstehfalztechnik fallen auch die sauber anschließenden Abdeckprofile an den Ortgängen, beidseitig an den großen Gauben und im Randbereich des vorderen Pultdaches auf. Sie sind - ähnlich klassischen Mauerabdeckungen - mit den erforderlichen Überständen und Tropfkanten ausgeführt und bilden eine optisch-funk-tionelle Einheit mit den vertikalen Bekleidungsflächen. Auch hier galt es wieder, durch eine Metalldicke von 0,80 mm die gewünschte Ebenheit in der Fläche und Kantenstabilität sicher zu stellen. Alle Anschlüsse, zum Beispiel im Bereich von Dachflächenfenstern, Schornsteinkopf, Entlüftungsrohren und ähnlichem, wurden handwerksgerecht in die Biber-Doppeldeckung eingebunden.
Dachrinnen, Regenfallrohre und Zubehör
Die Dachentwässerung nach DIN EN 612 besteht aus halbrunden, vorgehängten Rheinzink-Dachrinnen, Nenngröße 333, montiert in den dazu passenden Rinnenhaltern entsprechend DIN EN 1462; Anschluß an die Dachdeckung mittels dazu gehöriger Traufbleche. Die Ableitung des Niederschlagswassers erfolgt über Einhangstutzen und Rheinzink-Regenfallrohre, Nenngröße 100, zum Teil in Verbindung mit entsprechenden Rohrbogen und Schrägrohren.
Zusammenfassung
Die Bedachungsarbeiten an diesem Beispielobjekt verkörpern die gelungene Verbindung einer klassischen Biberdeckung mit partiellem Einsatz von Metall. Keramisch gedeckte Dachflächen zeigen ein spannungsreiches Zusam-menspiel mit Dach-Accessoires in vorbewittertem Rheinzink. Bei der Gesamtbeurteilung wird deutlich, dass die beteiligten Handwerker sowohl Erfahrung als auch das notwendige Fingerspitzengefühl im Umgang mit traditionellen und modernen Dachwerkstoffen haben. Nicht zuletzt zeigt sich, dass das ideenreiche Einbeziehen eines zeitgemäßen Baumetalls in eine kleinformatige Dachdeckung zur Verbesserung des Nutzwertes und der Steigerung der gestalterischen Qualität des Bauwerks beiträgt.
Fotos: RHEINZINK / TPP