Bessere Ergebnisse mit handlicher DeckenschalungGlatte Deckenunterseiten, regelmäßige Fugenbilder, eine makellose Optik dieses Ergebnis erwarten Architekten, wenn Betondecken ausgeschalt werden. Selbstverständlich ist diese Forderung auch ganz im Sinne des kostenbewussten Bauherrn, der keine teueren Nacharbeiten wünscht. Doch im Baustellenalltag ist sie nur schwer zu erfüllen. Sind Dreischichtplatten eingesetzt, finden sie ihre Grenzen in den Materialeigenschaften. Quellung, Risse, beschädigte Kanten, dies alles zeichnet sich trotz Oberflächenbehandlung vielfach ab. Und: Deckensschalsysteme haben andere Rastermaße, Anpassungsstücke werden benötigt. Deren Konturen zeichnen sich ebenfalls in den Decken ab. Außerdem können ihre dünnen Beschichtungen und weiche Furnierlagen mechanische Beschädigungen erleiden - das wiederum hat weitere unerwünschte Abzeichnungen in der Betonoberfläche zur Folge. Wesentlichen Einfluss auf den optischen Eindruck einer Betonoberfläche haben auch der oberflächennahe Wasser-Zement-Wert und die Gleichmäßigkeit der Farbtönung des Zementsteins. Entscheidende Faktoren dabei sind neben der Stabilität des Frischbetons und der Beeinflussung des Hydrationsverlaufes auch der Entzug von Feuchtigkeit.
Die Westag & Getalit AG kennt diese Problematik und stellt ihr einen neuartigen Plattentyp entgegen: Ergopanel, eine handliche Variante auf Basis der bewährten Westaspan H 360 Schaltafel. Ihr Holzwerkstoffkern ist fast homogen, quellungsarm und nagelbar. Die hochwertige Beschichtung von 360 g/m2 gestattet einen rauen Umgang. Sie ist verschleißfest wie eine Arbeitsplatte, jedoch wegen ihrer günstigen Abmessung und ihres geringen Gewichtes sehr baustellengerecht. Die Platte ist in Längs- und Querrichtung gleichermaßen steif und hat damit gegenüber einer 3-Schicht-Platte aus Fichtenholz deutliche Vorteile. Die Durchbiegung liegt bei einer 30cm dicken Decke im Bereich von L / 600 (bei 50 cm Trägerabstand). Diese Erfahrungen bestätigten sich deutlich sichtbar auf den nachfolgend beschriebenen Baustellen:
Ergopanel mit nur 16 kg Gewicht/m2
Deckenunterseite streichfertig, Fugenbild regelmäßig, so lautete die Forderung bezüglich der Betonoberfläche für das Handelszentrum Berlin-Biesdorf.
Die Dechant-Bau realisierte das 45 Mio. Euro-Objekt, dessen Pläne das Architekturbüros Kleihues & Partner im Auftrage der PEG Projektentwicklungsgesellschaft Elsterwerder Platz GmbH entworfen hatte. 5000 m2 Ergopanel-Schaltafeln kamen hier zum Einsatz, passgenau gefertigt im Herstellerwerk der Westag & Getalit AG in Rheda-Wiedenbrück. Die vom Baustellenkran leicht zu bewegenden Gebinden enthielten jeweils 50 Platten im Format 200 x 50 cm. Die pro Stück nur 16 kg wiegenden Platten konnten schnell und zeitsparend verlegt werden.
Im Baustellenbetrieb erwies sich, dass die Platten selbst größere Klimaschwankungen gut ausgleichen. Während unter den bereits eingeschalten Abschnitten Heizstrahler im Einsatz waren, regnete und schneite es auf die Schalhaut. Wegen der gleichmäßig hohen Dichte der Platten sowie ihres exzellenten Kantenschutzen, quoll das Material nicht wesentlich, konnten die Bauleitung und Westag-Kundenberater Dr. Klaus Lindholz konstatieren. Während bei montierten Wandschalungen die unerwünschte Niederschlagsfeuchtigkeit nach unten ablaufen kann, bleibt es bei waagegerecht verlegten Deckenplatten darauf stehen und kann an den Rändern und Kanten sowie besonders an den Stößen unangenehme Quellungen hervorrufen. Und daher müssen diese kritischen Zonen gut gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt sein.
Deckenschalungen müssen ihre Pflicht tun
Als Deckenschalung verlegte Schalungsplatten müssen stets ihre Pflicht auch als Arbeitsbühnen tun. Bewehrungsstahl und Maschinen lagerten hier zeitweise. Das von der Bewehrung heruntertropfende Rostwasser bildete große Pfützen. Um Verfärbungen zu vermeiden, säuberte man den Plattenboden mit Dampfstrahlern und Druckluft. Damit wurde zwar auch das Trennmittel stellenweise entfernt, bezüglich des Haftverhaltens des Betons hatte es keine negativen Folgen.
Frischer Zementleim mit seinen alkalischen Eigenschaften verursachte zwar auch hier die bekannte Verfärbung der gelb beschichteten Platten ins Rot-Braune, beinträchtigt aber nicht das Ergebnis. Selbst nach zehnmaligem Einsatz hatten die Platten noch immer die geforderte, gleichmäßige Qualität wie beim ersten Gebrauch, was die Betonoberfläche bestätigte.
Hochwertiger Kantenschutz bremst Feuchtigkeit
Der eindeutige Vorteil der 21mm starken, mit 360 Gramm Filmbeschichtung ausgerüsteten Platte liegt in seiner Struktur.
Ihr Kern besteht aus hochverdichteten, polyurethanvernetzten, mehrschichtigen Holzwerkstoffträgern. Als hochwertiger Kantenschutz ist eine dicke Acryl-Lasur aufgebracht, der die Platte umlaufend schützt. In Laborversuchen der Westag & Getalit-Qualitätssicherung war dieses Produkt hinsichtlich der Feuchteresistenz getestet worden. Ergebnis: Nur 3 % Quellung nach 24-Stunden Wasserlagerung.
Bei der Erweiterung des Oberstufenzentrums in Berlin-Charlottenburg, Danckelmannstrasse, war die Aufgabenstellung ähnlich. Fachberater Dr. Klaus Lindholz konnte den Bauleiter der MIB Märkische Ingenieurbau davon überzeugen, das der Einsatz handlicher, kleiner Platten von der Optik und der Wirtschaftlichkeit im Ergebnis die besser Alternative sei. Über 3000 m2 Ergopanel lieferte das Unternehmen termingerecht für den sechsstöckigen Erweiterungsbau. Zwar wurde im Laufe der vielen Schalungseinsätze ein geringer Teil der Platten beschädigt und musste ausgetauscht werden, doch erwies sich diese Lösung unterm Strich finanziell günstiger. Die sichtbare gute Oberflächenqualität ihrerseits bestätigte die Entscheidung.
Dr. Klaus Lindholz: Auch bei der Betreuung eines weiteren Bauvorhabens, der Chipfabrik in Frankfurt/Oder, empfahlen wir unser Ergopanel. Die seinerzeit dort erzielten hervorragenden Oberflächen sprechen eine deutliche Sprache und mindern nicht unsere Leistung, wenngleich das Objekt aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten des Auftraggebers nicht vollendet wurde. Nach zweimaligem Gebrauch werden die Paneele, fast wie neu, für weitere Einsätze auf anderen Baustellen verliehen. rpr