Wohneigentum: neu oder gebraucht?

Wohneigentum: neu oder gebraucht?

Neu oder gebraucht? – Vor dieser Frage stehen 96 Prozent aller jungen Erwachsenen vielleicht einmal. Denn so viele der 18 bis 34-Jährigen träumen laut Umfragen von Freiheit und Sicherheit in den eigenen vier Wänden. Gute Argumente sprechen für Gebrauchtimmobilien, z. B. die niedrigeren Erwerbskosten. Doch auch Neubauten haben ihre Stärken: Bauherren können hier ihre individuellen Wünsche verwirklichen. So oder so – der Immobilienerwerb ist für die meisten die größte Investition im Leben. „Interessenten sollten sich daher intensiv mit dem Für und Wider des Kaufens oder Bauens auseinandersetzen“, raten die Immobilienexperten der Landesbausparkassen (LBS).Ob Reihenhaus in familienfreundlicher Lage oder charmanter Altbau mit Stuck und hohen Decken: Wer sich für eine Gebrauchtimmobilie interessiert, kann sich ein Bild vom fertigen Objekt machen und ist nicht nur auf Pläne angewiesen. Das gilt auch für ihr Umfeld. Häufig liegen diese Häuser in harmonisch gewachsenen Wohngebieten mit gut ausgebauter Infrastruktur. Hinzu kommt die Terminsicherheit: Verzögerungen sind nahezu ausgeschlossen, meist sind Gebrauchtimmobilien kurzfristig zu beziehen. Sie punkten auch aus ökologischer Sicht: Weil kein neues Bauland erschlossen werden muss, verbrauchen sie keine zusätzlichen Naturflächen.

In der Regel sind die Preise für Gebrauchtimmobilien geringer als für vergleichbare Neubauten. Für Ein- und Zweifamilienhäuser müssen Käufer im Bundesdurchschnitt rund ein Drittel weniger berappen. Interessenten sollten aber Kosten für Modernisierung und Umbau berücksichtigen. Besonders bei der Energieeffizienz hapert es häufig: Viele Altbauten sind energetisch nicht auf dem Stand der Technik. Empfehlenswert ist ein gründlicher Check durch einen Bausachverständigen. Dieser stellt fest, ob Arbeiten sofort erledigt werden müssen oder ob sie zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen können. Mehrkosten für Umbau und Modernisierung fließen dann direkt in die solide, langfristige Finanzierungsplanung ein.

Neubau: Individuell Wohnen und Leben

Zwar sind Neubauten vergleichsweise teurer, moderne Baustoffe, Sanitär- und Elektrotechnik sorgen aber dafür, dass die laufenden Kosten niedrig bleiben. Auch Modernisierungsinvestitionen fallen in den ersten 20 Jahren fast nicht an. Die Gewährleistungspflicht des Bauträgers bzw. der Handwerker gibt zusätzliche Sicherheit – für das gesamte Gebäude.

Wer selbst baut, braucht manchmal starke Nerven – und Geduld. Denn zwischen Planungsbeginn und Einzug liegen häufig Monate. Miete und Baukosten strapazieren in dieser Zeit die Haushaltskasse doppelt. Dafür erhalten die künftigen Eigentümer die Chance, ganz persönliche Wohnträume zu verwirklichen: Sie wählen das Grundstück, bestimmen Baustil, Grundriss und Baustoffe.

Baufinanzierung nach individuellem Zuschnitt

Im Durchschnitt benötigen Immobilienerwerber in Deutschland für ihren Traum von den eigenen vier Wänden etwa neun Jahreseinkommen, wissen die Experten der LBS. „Eine auf die persönliche Lebenssituation zugeschnittene Finanzierung, die Raum für Unvorhergesehenes lässt, ist dafür unverzichtbar.“


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