Robl: Plädoyer für umfassende Bewertung der Wohnungspolitik

Robl: Plädoyer für umfassende Bewertung der Wohnungspolitik

Prof. Dr. Karl Robl, Hauptgeschäftsführer, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, erklärte heute anlässlich des 40. Königsteiner Gespräch des ifs Städtebauinstituts zu dem Thema "Wohnungspolitik vor der Neujustierung": "Eine moderne Wohnungspolitik kann bei sinnvoller Ausgestaltung mehrere Ziele erreichen. Sie muss Wohneigentum fördern, Wohnraum für sozial Schwache bereit stellen, die Wohnungsmärkte insgesamt mehr liberalisieren und einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten.1. Wohnungspolitik ist ein Instrument der Stadtentwicklung.

Die Attraktivität städtischen Lebensraums als auch der innerstädtischen Quartiere kann durch die geschickte Verknüpfung von Wohnungspolitik mit Stadtentwicklungspolitik erheblich gesteigert werden. Dabei müssen regionale und kommunale Aspekte berücksichtigt werden.

2. Wohnungspolitik ist ein Instrument der Wirtschaftspolitik.

Die Liberalisierung der Wohnungsmärkte fördert private Wohnungsbauinvestitionen. Aufgrund der Standortgebundenheit der heimischen Bauwirtschaft als auch aufgrund der Arbeitsintensität im Wohnungsbau haben Wohnungsbauinvestitionen eine hohe Wirkung auf den Arbeitsmarkt in Deutschland. Dies gilt sowohl für den Wohnungsneubau als auch für Maßnahmen in der Sanierung und Modernisierung.

3. Wohnungspolitik ist ein Instrument der Sozialpolitik.

Eine Wohnung ist mehr als nur ein Dach über dem Kopf. In einer bezahlbaren Wohnung zu leben, muss allen Bundesbürgern möglich sein. Daher brauchen wir weiterhin ausreichend Wohnraum für sozial benachteiligte Familien.

Darüber hinaus gewinnt das Wohneigentum im Rahmen der privaten Altersvorsorge immer mehr an Bedeutung. Wir schlagen daher den Umbau der Eigenheimzulage zu einer reinen Investitionszulage vor. Damit kann sie erhalten werden, gleichzeitig sinkt jedoch das Haushaltsvolumen. Der Schwarzarbeit am Bau würde darüber hinaus ein Riegel vorgeschoben.

4. Wohnungspolitik ist ein Instrument der Umweltpolitik.

Besonders augenfällig wird dies bei der energetischen Sanierung des Altbaubestandes, hierbei lassen sich zwei politische Ziele leicht miteinander verbinden: Zum einen werden durch Modernisierungsarbeiten Arbeitsplätze in der heimischen Bauwirtschaft erhalten, zum anderen der CO2-Ausstoß wesentlich reduziert. Daher begrüßen wir es auch sehr, dass das CO2-Gebäudesanierungsprogramm fortgeführt werden soll.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Alle Maßnahmen der Wohnungspolitik finanzieren sich schlussendlich selbst, da sie erhebliche Beschäftigungs- und Multiplikatoreneffekte haben. Darüber hinaus leisten sie einen nicht zu unterschätzenden immateriellen Beitrag zur Steigerung der Wohn- und damit zur Lebensqualität der Menschen."

www.ifs-staedtebauinstitut .de


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