Deutscher Mieterbund und mindUp Web + Intelligence GmbH

Deutscher Mieterbund und mindUp Web + Intelligence GmbH
begründen Kooperation für bundesweite und regionale Betriebskostenspiegel

(DMB) Am heutigen Tage haben der Deutsche Mieterbund, unter dessen Dach in 350 örtlichen Vereinen drei Millionen Mitglieder organisiert sind, und die in Konstanz ansässige Firma mindUp Web + Intelligence GmbH einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Ziel der Zusammenarbeit ist es, bundesweit und regionalisiert Betriebskostenspiegel in Deutschland zu erstellen und Jahr für Jahr fortzuschreiben.

Die Betriebskosten haben sich längst zu einer zweiten Miete entwickelt“, sagte der Direktor des Deutschen Mieterbundes, Dr. Franz-Georg Rips. Mehr als 40 Milliarden Euro werden von den 22 Millionen Mieterhaushalten in Deutschland jährlich an Nebenkosten des Wohnens aufgebracht. Angesichts steigender Gas- und Strompreise und höherer kommunaler Gebühren für Wasser, Abwasserreinigung, Straßenreinigung und Müllbeseitigung werden sich diese Zahlen noch spürbar erhöhen.

Für die Mieter in Deutschland ist es wichtig, ein Instrument an der Hand zu haben, mit dem eine Vergleichbarkeit der Betriebskosten herbeigeführt wird. Betriebskostenspiegel sollen die Minimal-, die Durchschnitts- und die kritischen Eckwerte je Kostenart sowohl für Gesamtdeutschland wie für einzelne Kommunen und Regionen darstellen. Hierbei werden die Kosten in Euro je Quadratmeter Wohnfläche angegeben. Erfasst werden die Grundsteuer, die Wasserversorgung, Abwasser/Entwässerung, Heizung/Warmwasser, Aufzug, Straßenreinigung, Müllentsorgung, Hausreinigung, Gartenpflege, Schornsteinreinigung, Sach- und Haftpflichtversicherung, Hauswart, Gemeinschaftsantenne und Kabelfernsehen, sonstige Betriebskosten.

„Mit der Aufstellung und Fortschreibung von Betriebskostenspiegeln schaffen wir neben den Mietspiegeln, die die Grundmieten in einer Stadt wiedergeben, ein weiteres Transparenzinstrument, an dem sich die Mieter als Verbraucher orientieren können.“, sagte Rips.

Für die Vermieter ergeben sich aus den Betriebskostenspiegeln Hinweise darauf, ob Maßnahmen veranlasst werden müssen, um überhöhte Betriebskosten zu reduzieren. DMB-Direktor Franz-Georg Rips dazu: „Wer heute ein Auto kauft, erhält selbstverständlich eine Information über den Durchschnittsverbrauch. Wer eine anspruchsvolle Uhr erwirbt, bekommt eine seitenlange Bedienungsanleitung. Nur bei Mietwohnungen tendiert die Information des Verbrauchers bis heute auf Null. Angesichts der Bedeutung dieses Wirtschafts- und Sozialgutes und der durch einen Mietvertrag eintretenden langfristigen Bindung ist diese Intransparenz unverständlich und unerträglich.“

Der Deutsche Mieterbund hat mit der für ihre Innovationskraft bekannten Konstanzer Firma mindUp Web + Intelligence GmbH einen optimalen Partner zur technischen und organisatorischen Begleitung für die Ausstellung von Betriebskostenspiegeln gefunden. Dazu Ralf Walther, Geschäftsführer der Firma: „Wir entwickeln jetzt mit unserem Wissen ein Informationsportal, welches die drei wesentlichen Schritte der Verarbeitung zur Verfügung stellt: die Datenerfassung von Nebenkostenabrechnungen, die Bereinigung und Analyse der Daten, die Bereitstellung von Auswertungen.“

DMB und mindUp haben das Ziel, den ersten Betriebskostenspiegel, bezogen auf die Werte des Jahres 2004, Mitte des Jahres 2005 vorzulegen. Die Betriebskostenspiegel werden öffentlich bekannt gemacht. Sie stehen damit allen Interessenten in Deutschland zur Verfügung.

Der Deutsche Mieterbund sieht in diesem neuen Instrument eine Chance, die Ausreißer-Objekte in den Betriebskosten zu identifizieren, Handlungsketten zur Reduzierung von Nebenkosten anzuregen, den Mietinteressenten Informationshilfen vor der Entscheidung über die Anmietung von Wohnungen zu geben und im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsprüfung die Überhöhung abgerechneter Betriebskosten festzustellen. Betriebskostenspiegel decken damit nicht nur Kostensenkungspotentiale auf, sie sind auch ein hilfreiches Mittel für die Rechtsberatung bei der Überprüfung von Betriebskosten.

In einem ersten Schritt geht es darum, möglichst viele Betriebskostenabrechnungen zu sammeln und in das EDV-System einzuspeisen. Je mehr Daten zur Verfügung stehen, umso aussagefähiger und belastbarer werden die Aussagen der Betriebskostenspiegel.

DMB und mindUp wollen mit dem heute unterschriebenen Kooperationsvertrag eine langfristige Zusammenarbeit eingehen und das Instrument der Betriebskostenspiegel dauerhaft auf dem deutschen Mietwohnungsmarkt etablieren


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