Aus Wagenhaus wird Fitness-Studio Denkmalschutz stellt hohe Anforderungen an den Brandschutz und den Innenausbau
Gelsenkirchen / Minden Das Mindener Wagenhaus, errichtet 1835 als Teilbereich der preußischen Defensionskasernen, genutzt als Proviantlager, steht heute unter Denkmalschutz und wurde innerhalb von nur 6 Monaten sachkundig und nach den strengen Vorgaben der Denkmalschutzbehörde zu einem attraktiven Fitness-Studio umgebaut.
Besondere Herausforderung für den Verarbeiter: Zahlreiche Holzbalken, Holzstützen und mehrere Holzdecken galt es in allen Etagen zu erhalten und gleichzeitig durch vorbeugenden Brandschutz zu sichern. Die Bautischlerei Fred Wolff aus Lübbecke löste alle gestellten Aufgaben zur vollen Zufriedenheit des Bauherrn.
Auf über 2.400 m2 befindet sich heute im alten Mindener Wagenhaus ein hochmodernes und aus Sicht seiner Gäste besonders komfortables Fitness-Studio. Mit hauseigenem Kinderhort, einem Frisör, einer Videothek und natürlich zahlreichen Angeboten für Fitness und Wellness entstand in dem geschützten Denkmal eine Freizeitstätte der gehobenen Art. Die anspruchsvolle Innenausstattung und die strengen Auflagen des Denkmal- und Brandschutzes bedeuteten ein hohes Anforderungsprofil, insbesondere für den trockenen Innenausbau.
Angefangen im Erdgeschoss, über das erste und zweite Obergeschoss, bis in den Spitzboden galt es, ebenso elegante wie kreative Raumaufteilungen zu entwickeln und dabei Wände und Decken in den Brandschutzklassen F 30 und F 90 fachmännisch auszuführen. Bei der Auswahl der Materialien entschied sich der Verarbeiter für Ridurit-Feuerschutzplatten und moderne Brandschutzsysteme aus dem Hause Rigips. Für diese speziellen Anforderungen mussten zuverlässige Produkte und Systeme her, die sich leicht und schnell verarbeiten ließen, so Fred Wolff.
Selbstständige Brandschutz-Unterdecke F 90 für sicheren Brandschutz
Im Erdgeschoss sowie im ersten und zweiten Obergeschoss des Mindener Wagenhauses wurden unter die bestehenden Holzbalkendecken komplett neue Decken abgehängt. Die 300/600 mm dicken Holzbalken verlaufen über eine Breite von 17 Metern quer durch das gesamte Gebäude und wurden vor Einbau der Unterdecken mit Rigips Die Dicke 20 in doppelter Beplankung (2 x 20 mm) bekleidet, ebenso die Holzstützen. Die selbstständige F 90 Brandschutz-Unterdecke erstellte der Verarbeiter ebenfalls mit Rigips-Gipskartonplatten Die Dicke 20 in doppelter Beplankung (2 x 20 mm).
Feuer geschützte Dachschrägen
Auch im 2. Obergeschoss, dem Dachgeschoss des ehemaligen Wagenhauses, galt es sichere Dachschrägen in F 90 zu erstellen. Hierfür wurden zuerst 180 mm Klemmfilz als Dämmung zwischen die Holzbalken eingebracht. Danach wurde eine Dampfbremsfolie und eine Unterkonstruktion aus Traglatten 60/40 mm aufgesetzt und mit einer Lage 25 mm dicker Platten Rigips Die Dicke 25 beplankt.
Im Spitzboden wurde mit Rigips Feuerschutzplatten RF in 12,5 mm Dicke gearbeitet. Diese wurden auf eine Unterkonstruktion, bestehend aus 180 mm Klemmfilzdämmung, einer Dampfsperrfolie sowie 40/60 mm dicken Dachlatten aufgeschraubt. So entstand hier gemäß den Anforderungen der Baubehörde eine fachgerecht ausgeführte F 30 feuerhemmende Dachschräge.
Vielfältige Raumtrennwände
Um die vielfältigen Funktionsräume, wie z. B. Fitness- oder Duschbereiche, sicher voneinander zu trennen, wurden im Gebäude zahlreiche Brandschutztrennwände erstellt. Hierfür wurden in vielen Bereichen feuerbeständige Trennwände aus doppelt beplankten 12,5 mm dicken Rigips Feuerschutzplatten RF und einer 60 mm dicken Mineralwolldämmung erstellt. Mit ihnen wurden nicht nur optimale Brandschutz-, sondern auch hervorragende Schallschutzwerte für die einzelnen Räume erzielt.
Ein Treppenaufgang mit Stil
Ein imposanter, runder Treppenhausaufgang Herzstück des Fitness-Studios führt mit einem Durchmesser von 10 Metern vom Erdgeschoss bis ins 2. Obergeschoss. Für den Bau dieser aufwändigen Treppenkonstruktion mussten aus statischen Gründen ergänzend zu den vorhandenen Holzstützen zusätzliche Stahlstützen und -unterzüge eingezogen werden. Diese Stahlstützen wurden feuerbeständig mit Ridurit-Feuerschutzplatten bekleidet und entsprachen damit der geforderten Feuerwiderstandsklasse F 90-A. Die an das Treppenhaus angrenzenden gebogenen Wände wurden mit je drei Lagen der trockenbiegsamen glasfaserverstärkten Gipsplatte Riflex von Rigips in der Feuerwiderstandsklasse F 90 erstellt.
In einer Bauzeit von ca. sechs Monaten wurden im Mindener Wagenhaus insgesamt für Brandschutz und Innenausbau über 4.500 m2 Rigips Die Dicke, über 5.000 m2 Rigips Feuerschutzplatten RF und Rigips Bauplatten RB sowie rund 400 m2 Ridurit-Feuerschutzplatten verarbeitet.
Im nun gut geschützten Denkmal findet sich heute Dank des gelungenen Umbaus alles, was das Fitness-Herz begehrt. Im Erdgeschoss lädt der großzügige Empfangsbereich mit Tresen zu einem Drink ein. Im 1. Obergeschoss bieten Kraftraum, Duschen und Umkleiden ausreichende und besondere Trainingsmöglichkeiten. Das 2. Obergeschoss beherbergt neben den Fitness- und Schulungsräumen auch eine Sauna- und Duschlandschaft für eine angemessene Entspannung nach dem Training. Der Spitzboden sorgt für völlige Erholung als Ruhe- und Massageraum.
Bautafel
Bauherr: A. Laskiewitz, Relax Sports, Bückeburg
Architekt: Narten + Partner GmbH, Gehrden
Verarbeiter: Fred Wolff Bautischlerei, Lübbecke
Systemberater: Günter Winter, Rigips GmbH