IfW-Chef: Mittelstand muss mehr auf die Kapitalmärkte zugreifen
Beim Zugriff auf die Kapitalmärkte hinken die mittelständischen Unternehmen in Europa nach Expertenansicht der Entwicklung in den USA deutlich hinterher. «Kleine und mittlere Unternehmen müssen leichter an Finanzmittel herankommen», sagte der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, Prof. Dennis Snower, am Donnerstag in Kiel. Investoren könnten mit breit über Branchen gestreuten Investments risikoarme Fonds anbieten. Es gebe in vielen kleineren Firmen aber Vorurteile gegen den Einstieg von Fremdkapital.
Snower sprach anlässlich der Präsentation eines neuen Netzwerks europäischer Förderbanken. Dies sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, sagte er. 20 Institutionen aus neun EU-Staaten sowie litauische und finnische Projektpartner bauen zurzeit eine Datenbank ihrer verschiedenen Fördermodelle zu Gunsten kleiner und mittlerer Unternehmen auf. «Wir wollen voneinander lernen», sagte Projektbetreuerin Cornelia Gerster vom Europäischen Verband Öffentlicher Banken. So könnten Förderinstitute jeweils in anderen Ländern Informationen beispielsweise über Mikrokredit-Modelle abrufen und neben einer Bewertung der Effizienz auch Ansprechpartner erfahren, die Auskünfte über Stärken und Schwächen geben können.
Trotz immer neuer großer Fusionen hätten kleine und mittlere Unternehmen weiter einen wichtigen Stellenwert, sagte Snower. «Der internationale Wettbewerb bewegt sich immer stärker auf der Ebene der Firmen und Regionen.» Für Innovationen hätten kleinere Firmen eine enorm wichtige Funktion und wüchsen wie etwa E-Bay und Google in kurzer Zeit zu großen Playern. «Wir brauchen wendige kleine Unternehmen, um neue Richtungen zu finden», sagte der IFW-Präsident.
Quelle: dpa