Tag des Wassers am 22. März 2005: Water for life
Leitungswasser als unterschätzte Infektionsquelle
Bad Homburg, 18. März 2005. Jedes Jahr stecken sich in Deutschland
rund eine halbe Million Menschen in Krankenhäusern mit verschiedenen
Keimen an. Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge ist
Leitungswasser eine wichtige und gleichzeitig oft übersehene Infektionsquelle.
Der Grund: In den Leitungssystemen können sich Bakterien
wie die gefürchteten Legionellen und andere gefährliche Mikroorganismen
vermehren. Darauf macht die Initiative pro Wasser zum
Tag des Wassers aufmerksam. Bislang hieß es, dass zwischen 10.000
bis 12.000 Legionelleninfektionen pro Jahr in Deutschland auftreten.
Neue Studien lassen allerdings vermuten, dass diese Zahl deutlich höher
liegt. Man geht davon aus, dass zwischen 25.000 bis 30.000 Legionelleninfektionen
pro Jahr in der Bundesrepublik auftreten, sagt Prof.
Martin Exner, Leiter des Hygieneinstituts der Universität Bonn.Wasser ist eine ernstzunehmende Infektionsquelle das zeigt nicht nur die
Wasserrichtlinie der WHO. Neben den bekannten Legionellen sind vor allem
Pseudomonaden gefährlich. Wir wissen heute, dass mindestens 40 Prozent
aller Pseudomonas-Infektionen, zum Beispiel auf Intensivstationen, aus dem
wasserführenden System stammen, so Prof. Exner. Experten vermuten, dass
diese Infektionen auch im häuslichen Bereich eine hohe Bedeutung haben
besonders für immungeschwächte Menschen.
Zwar liefern die Wasserwerke sauberes Wasser. In den verzweigten Hausinstallationssystemen
finden Bakterien jedoch gute Wachstumsbedingungen
und ideale Temperaturen von 20 bis 50 Grad Celsius. Im Biofilm, einem
schleimigem Bewuchs der Rohre, können sie sich vermehren und sind zudem
vor Desinfektion und hohen Temperaturen geschützt. Die Übertragung
erfolgt dann beim Duschen oder Händewaschen. Werden Legionellen oder
Pseudomonaden im Wasser festgestellt, muss der Betreiber Gegenmaßnahmen
ergreifen. In Kliniken haben sich beispielsweise endständige
Einmal-Filter bewährt, die an Duschen oder Wasserhähnen installiert werden
und das Wasser mit Hightech-Membranen reinigen.
Presseanfragen bitte an:
Initiative pro Wasser c/o Pfeifer Schunicht Finke GmbH, Anja Kassubek,
(0 61 72) 90 22-011, info@pro-wasser.de