Sicherheit im Badezimmer
Hilden, Februar 2005.
Damit Sie Ihre Waschstraße grundlegend auf Herz und Nieren überprüfen und alle Mitbewohner für das Thema Sicherheit im Bad sensibilisieren können, hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:Beleuchtung
Ausreichende Wattstärke bei der Allgemeinbeleuchtung sorgt dafür, dass das Bad in gleichmäßiger, nicht blendender und somit sicherer Helligkeit erstrahlt. Der Einsatz von Energiesparlampen macht im Badezimmer wie auch in anderen Räumen mit wechselndem Beleuchtungsanspruch keinen Sinn, da diese für permanenten Betrieb gebaut sind. Außerdem erreichen die verkleinerten Leuchtstoffröhren erst nach einigen Minuten ihre endgültige Leuchtkraft. Für den besonders scharfen Blick zum Beispiel beim Rasieren erleichtern Funktionsleuchten die Körperpflege. Diese können leicht am Spiegel angebracht werden und sollten weder blenden noch Schatten werfen.
Generell gilt: Badezimmerlampen sollten stets rundherum abgeschlossen und wasserunempfindlich sein. Auf Nummer sicher geht man mit Leuchten, die speziell für Badezimmer konzipiert wurden.
Für eine gemütliche Schaumbad-Beleuchtung bieten sich dimmbare Deckenfluter an. Für Romantiker dürfen es auch gerne nicht rußende Kerzen am Badewannenrand sein. Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich vor der generellen Verwendung von Öllampen im Haushalt mit Kindern warnen, da hier nur winzige Tropfen auch nur durch Lecken aufgenommen bereits tödlich sein können!
Achtung: Hinterher Streichhölzer bzw. Feuerzeug kindersicher wegräumen! Und keinesfalls Öllampen für Kinder zugänglich stehen lassen.
Standfestigkeit
Jährlich wird für mehr als 100.000 Personen in Deutschland der Aufenthalt im Badezimmer zur unfreiwilligen Rutschpartie. Schmerzhafte bis dramatische Verletzungen sind dann die Folge. Gerade Kindern, schwangeren Frauen und Senioren gilt in diesem Kontext unser besonderes Augenmerk, wobei der Großteil aller Badezimmerunfälle 35- bis 54-jährigen widerfährt. Allerdings machen besonders Wohnungseigentümer dieser Altersspanne aus optischen und hygienischen Gründen einen großen Bogen um herkömmliche Vorsichtsmaßnahmen wie Noppenmatten, Klebestreifen o.ä. Deshalb möchten wir Ihnen an dieser Stelle einen neuen Anti-Rutsch-Anstrich empfehlen, der allen Ansprüchen an Effizienz in punkto optischer Unauffälligkeit und Reinigungsfähigkeit gerecht wird. Hierbei handelt es sich um ein Heimwerker-Set der Marke Molto, das neben der transparenten Anti-Rutsch-Farbe auch Schwamm, Holzspatel, Farbwanne, Roller, Abklebeband und sogar Handschuhe beinhaltet. Mit TÜV-Siegel und 3-Jahres-Garantie des Herstellers funktioniert der transparente Newcomer auf unterschiedlichsten Untergründen wasserbasiert und deshalb umweltfreundlich: Das bedeutet effizienter Halt zum Beispiel auf Fliesen, Marmor, Stein, Emaille aber auch auf Beton, Holz, Metall oder Acryl. Dabei bleiben deren Oberflächenfarben und Strukturen nach dem Anstrich komplett erhalten. Auch eine hygienische Reinigung und sogar eine rückstandslose Entfernung von Wanne und Fußboden sind kein Problem.
Achtung: Besonders bei ausgiebigen Dusch- oder Bade-Sessions ist nicht zuletzt auch wegen der Rutschgefahr auf dem nebelfeuchten Badezimmerboden auf einen guten Dampfabzug zu achten. In fensterlosen Bädern sollte deshalb auch bei unschönem Motorgeräusch des Entlüfters auf dessen Einsatz nicht verzichtet werden!
Verbrühschutz
Besonders in Haushalten mit Kindern kommt es leider häufig zu schmerzhaften Folgen in Zusammenhang mit versehentlich falsch temperiertem Wasser. Praktische Aufpasser und absolut sicher sind Thermostat gesteuerte Armaturen mit Verbrühschutz oder Temperatur regelbare Durchlauferhitzer und Warmwasserboiler. Diese regeln die Temperatur des Wassers im Rahmen definierter Grenzen. Als Höchstwert sind je nach Wärmeempfinden um die 35 - 40 Grad Celsius ideal.
Achtung: Vom Händler beim Kauf bestätigen lassen, dass eine Temperaturregelung auch bei Druckschwankungen zuverlässig funktioniert!
Elektrische Installationen und Geräte
Die Redewendung Die Axt im Haus erspart den Zimmermann sollte grundsätzlich nicht für Elektro-Installationen in Badezimmer und Küche gelten. Überlassen Sie diese dem Fachmann. Trotzdem einige Hinweise: Das Badezimmer sollte einen eigenen Stromkreis mit separater Sicherung haben, denn herkömmliche Sicherungen schützen oft nicht zuverlässig vor Stromschlag.
Ein sogenannter Fi-Schalter trennt ein eingeschaltetes Gerät blitzschnell vom Netz, sobald es Strom falsch ableitet. Falls Sie in Ihrem Bad einen wandmontierten oder tragbaren Direktheizer betreiben, achten Sie wegen Überhitzungs- und Brandgefahr darauf, niemals Gegenstände oder Textilien darauf abzulegen.
Radiogeräte, Haartrockner oder Rasierapparate kurz alle im Bad eingesetzten Elektrogeräte mit Netzanschluss haben wegen Kurzschlussgefahr nichts in unmittelbarer Nähe der Dusche oder der Wanne verloren.
Achtung: Elektrogeräte sind im Bad eh schon feuchter Luft und wechselnden Temperaturen ausgesetzt. Achten Sie daher beim Kauf auf Prüfsiegel wie das GS-Zeichen, das CE-Zeichen oder das RAL-Gütezeichen. Am falschen Ende sparen kann tragisch enden!
Badmöbel
Da in den meisten Haushalten die Badezimmer eher klein und platzsparend konzipiert sind, herrscht vielfach das Problem: Wie lasse ich die vielen Pflege-, Wäsche- und Reinigungsartikel möglichst dekorativ vor den Augen meiner Gäste verschwinden? Ist doch das Badezimmer neben Wohnzimmer und Küche häufig auch die Visitenkarte der Hausherren ... Abgesehen von diesen optischen Kriterien sollten aber auch die praktikablen und sicherheitstechnischen nicht zu kurz kommen: In diesem Zusammenhang möchten wir gleich auf die Befestigung der Badezimmermöbel aufmerksam machen. Hier ist es dringend ratsam, Schränke und Regale beispielsweise mit Winkeleisen so an der Wand zu befestigen, dass sie auch notfalls bei einer Ausrutsch-Situation ersten Halt und nicht zusätzliche Gefahr bieten. Runde Ecken sind zwar beim Putzen verpönt, aber bei Badmöbel-Kanten durchaus hilfreich. Gerade kurz nach dem morgendlichen Aufstehen oder im Dunkeln können scharfe Kanten aus Holz oder Glas zu unangenehmen Begegnungen führen.
Achtung: Familien mit Kindern sollten auf die Abschließbarkeit von leicht zugänglichen Badschränken achten!
Barrieren
Ältere Menschen verbringen täglich im Durchschnitt eineinhalb Stunden mit Körperpflege. Dabei sind ihnen langfristige Unabhängigkeit und Selbständigkeit wichtige Ziele und sollten frühzeitig in Renovierungspläne mit einbezogen werden. Barrierefreiheit heißt das Stichwort, das in den Köpfen vieler das Bild einer sterilen Atmosphäre hervorruft. Jedoch müssen sich Funktionalität und Einrichtungsstil überhaupt nicht gegenseitig ausschließen. Mit einigen durchdachten Maßnahmen lässt sich jedes Badezimmer zu einer sicheren und bequemen Wellness-Oase gestalten. Im barrierefreien Bad verhelfen Haltegriffe in der Dusche, in der Wanne und neben der Toilette zu mehr Sicherheit. Dabei sollten sowohl der Badewannengriff als auch der Haltegriff in der Dusche so angebracht sein, dass sie die Aufstehbewegung tatsächlich unterstützen und in optimaler Reichweite angebracht sind. Die meisten aller Tätigkeiten im Badezimmer finden rund um den Waschtisch statt. Deshalb sollte dieser gut zugänglich sein sowie eine ergonomisch angepasste, flache und unterfahrbare Form haben. Dazu gibt es Armaturen mit schwenk- baren Ausläufen oder ausziehbaren Schlauchbrausen. Verlängerte Bügelhebel sorgen dafür, dass der Benutzer den Einhebelmischer auch im Sitzen gut bedienen kann.
Ist das Badezimmer für Dusche und Wanne zu klein, sollte die Entscheidung zugunsten der Dusche fallen, denn eine Wanne stellt immer eine Barriere dar. Zweiteilige, breite Dusch-Schiebetüren ohne Bodenprofil erleichtern den Zutritt zur Dusche. Stabile rutschfeste Hocker erleichtern nicht nur das An- und Auskleiden, sondern auch das Duschen und Baden. Sie werden mit und ohne Rückenstütze angeboten.
Die komfortablen Varianten sind einerseits fest an der Wand installierte Duschsitze zum Hochklappen oder Sitzbadewannen mit bequemem Ein- und Ausstieg.
Achtung: Besonders dem Kreislauf älterer Menschen machen die hohen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit während eines Dusch- oder Schaumbades zu schaffen. Dann ist es stets sinnvoll, wenn für Griff- und Standsicherheit gesorgt ist!
Putzmittel
Porentief rein! glänzt es oder ist es nass! weißer als weiß! nicht nur sauber sondern rein! ... Diese und zahlreiche andere Werbe-Slogans versuchen uns bereits seit Jahren zu übertriebener Reinlichkeit zu erziehen. Und? Mit Erfolg? Tut es in vielen Fällen nicht auch ein gewöhnlicher Grundreiniger ohne scharfe Chemikalien? Wie dem auch sei: Wir möchten Ihnen dringend ans Herz legen, Putzmittel jeder Art für Kinder unzugänglich aufzubewahren. Da häufig das Badezimmer Lagerstätte aller Schmutzkiller ist, raten wir hierfür zu abschließbaren Fächern und Schränken. Sind doch fast alle Reiniger ob mit oder ohne aggressive chemische Zusätze so hergestellt, dass sie besonders auf Kinder wohlriechend, optisch ansprechend, ungefährlich und damit lecker wirken. Fatal wird es besonders dann, wenn Reinigungsmittel in zweckentfremdeten Behältnissen z.B. Wasserflaschen aufbewahrt werden. Die Unterscheidung zu Produkten aus dem Getränkeregal ist Kindern nicht zuzumuten.
Achtung: Das Mischen von mehreren scharfen Reinigungsmitteln kann zu gefährlichen Dämpfen und Atemwegs-Verätzungen führen. Also niemals mixen!
Ordnung
Die täglich beobachteten Tätigkeiten und Handgriffe der Eltern verführen natürlich zur Nachahmung. So liegt es für kleine Jungs vielleicht auch einmal nahe, die erste Rasur à la Papa durchzuführen. Kleine Ladys finden es hingegen evtl. auch spannend, sich mit Wimperzange, Epiliergerät oder Nagelfeile zu schaffen zu machen...
Was wir damit andeuten möchten: Bewahren Sie für Kinder gefährliches Körperpflege-Werkzeug entsprechend sicher auf! Das heißt Elektro- und Nassrasierer, Scheren, Feilen, Hornhauthobel, Epiliergeräte, Nagelpflege-Sets, Kosmetika, Schminke o. ä., aber auch Kerzen, Streichhölzer oder Feuerzeuge und vor allem Medikamente gehören hinter Verschluss.