F.A.Z.-Bericht: Massives Ziegelmauerwerk bei Hochwasser im Vorteil
Hochwasser-Gefahren sind nach den Katastrophen an Donau, Elbe und in New Orleans ein wiederkehrendes Thema geworden mit oft schwerwiegenden Folgen für die Bewohner der Städte und Häuser. Erst wenn das Wasser zurückweicht werden die Schäden in ihrem vollen Ausmaß sichtbar. Massive Gebäude aus Ziegelmauerwerk halten den Wassermassen dabei wesentlich besser stand als beispielsweise Häuser in Holz-Ständerbauweise. Das meldet jetzt die Unipor-Gruppe unter Berufung auf einen Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) zur Flutkatastrophe in New Orleans. Dort stellten Fachleute fest: Während die überschwemmten Ziegelhäuser nach kurzer Zeit wieder bewohnbar waren, konnten die aufgeschwemmten Holzbauten nicht mehr verwendet werden. Alle Jahre wieder lassen Schneeschmelze und heftige Regenfälle die Pegelstände ansteigen. Flüsse treten über die Ufer, Dämme brechen, Straßen und Gebäude stehen unter Wasser. Die Kosten für Betroffene und Wirtschaft gehen dabei in die Milliarden. Mit dem Hochwasser werden Gebäude einem Wasserbauwerk gleich: Völlig verschiedene Baustoffe der Gebäudekonstruktion saugen sich bis zu ihrer Sättigung mit Wasser voll.
Massive mineralische Baustoffe wie Ziegel sind dabei gegenüber Leichtbauweisen und Holzkonstruktionen nachweislich im Vorteil. In einem Artikel der F.A.Z zur Hochwasserkatastrophe in New Orleans äußerte sich jetzt Peter Henke, Vorsitzender der Vereinigung der Prüfingenieure für Baustatistik in Bayern, über die Schäden im Überschwemmungsgebiet. Er stellte fest: In den ärmeren Stadtvierteln basieren die meisten Häuser auf billigem Holzständerwerk, das mit Pressholzplatten verkleidet ist. Solches Holz quillt auf und ist danach nicht mehr zu verwenden. Besser schätzt Henke die Folgen des Hurrikans im Zentrum der Stadt ein. Die Häuser im Französischen Viertel sind meist massive Ziegelbauten und halten dem Wasser deutlich besser stand.
Schon mit der Wahl des Baustoffes kann man in gefährdeten Gebieten größeren Schäden vorbeugen. Durchfeuchtetes Ziegelmauerwerk aus modernen Hintermauerziegeln trocknet wieder völlig aus und behält seine positiven bauphysikalischen Eigenschaften in vollem Umfang, erläutert Dr.-Ing. Thomas Fehlhaber, Geschäftsführer der Unipor-Ziegel-Gruppe. Im Gebäude stehendes Wasser kann die Bausubstanz nicht grundlegend zerstören. Der Ziegel besitzt eine Kapillarstruktur, die das Austrocknen erleichtert und überschüssige Feuchte nach außen transportiert. Anfallende Sanierungskosten halten sich bei Ziegelmauerwerk daher in überschaubarem Rahmen. Mit Dämmstoff verfüllte Ständerkonstruktionen saugen sich dagegen mit Wasser voll, was zu einer nachhaltigen Schädigung der Holzkonstruktion führen kann. Feuchteschäden im Inneren bedeuten für die Besitzer solcher Leichtbauhäuser eine erhöhte Gefahr der Schimmelbildung und hohe Heizkosten. Im Extremfall kann es sogar zu einem Abbruch des Hauses kommen. Ziegelhäuser verlieren dagegen nach einem kurzfristigen Wassereinbruch weder ihre Stabilität noch ihre hohe Wärmedämmfunktion und können nach Rückgang des Wassers ohne Einbußen im Wohnklima wieder bezogen werden.