Weniger neue Ausbildungsverträge – Ausbildungsquote dennoch leicht verbessert

Weniger neue Ausbildungsverträge – Ausbildungsquote dennoch leicht verbessert

Wiesbaden, 25.11.2005. Die Zahl der SOKA-BAU (Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft) vorliegenden neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in der Baubranche ist im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Oktober 2005 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund fünf Prozent zurückgegangen. Gleichwohl hat sich die Ausbildungsquote – der Anteil der Auszubildenden an den Gesamtbeschäftigten – leicht verbessert. Aufgrund des bisherigen Verlaufs ist davon auszugehen, dass die Ausbildungsquote zum Stichtag 31. 12. 2005 auf über 6,7 Prozent ansteigen wird (31. 12. 2004: 6,5 Prozent). Auch in anderen Branchen sind 2005 weniger neue Ausbildungsverträge geschlossen worden als im Jahr zuvor. Dennoch ist die Ausbildungslücke, also die Differenz zwischen der Nachfrage nach Ausbildungsplätzen und Ausbildungsangeboten, 2005 geringer als im Vorjahr.

Für die Jahre 2004 und 2003 verzeichnete die Baubranche trotz erheblicher Rückgänge bei den Gesamtbeschäftigtenzahlen und entgegen dem allgemeinen Trend noch einen Zuwachs neuer Ausbildungsverträge um sechs bzw. 3,5 Prozent. Die beliebtesten Bauberufe sind nach wie vor Maurer, Zimmerer und Straßenbauer.

SOKA-BAU fördert die Berufsausbildung

"Von den Baubetrieben wird immer wieder die zu geringe Qualifikation der Bewerber als Hinderungsgrund für die Vergabe von Ausbildungsplätzen genannt. Zudem ist das Angebot von und die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen regional häufig nicht deckungsgleich", sagt Dr. Peter A. Doetsch, Vorstandsmitglied SOKA-BAU. "Die Anfang des Jahres ins Leben gerufene Ausbildungsplatzbörse von SOKA-BAU trägt dazu bei, dass Baubetriebe und an einer Ausbildung interessierte Jugendliche besser zusammen finden." "Zudem gilt es immer wieder darauf hinzuweisen, dass die Ausbildung am Bau umlagefinanziert ist", so Doetsch.

Noch 250 Angebote in der SOKA-BAU Ausbildungsplatzbörse (www.soka-bau.de)

Die für Anbieter und Nachfrager kostenfreie Ausbildungsplatzbörse enthält aktuell 250 Ausbildungsplatzangebote für Bauberufe. Die meisten der Angebote entfallen auf Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Auch in anderen Bundesländern sind noch Ausbildungsplätze zu besetzen. Zu finden sind die Ausbildungsplatzangebote im Internet unter www.soka-bau.de / Rubrik "Jobbörse".

Ausbildungsangebote gibt es zu allen Bauberufen der Sparten Hochbau, Tiefbau, Ausbau bis hin zu kaufmännischen und technischen Berufen in der Baubranche. Die Mehrzahl der Baubetriebe sucht noch Auszubildende für die Berufe Maurer, Straßenbauer, Beton- und Stahlbetonbauer sowie Zimmerer.

Ausbildung am Bau wird branchenweit finanziert

Fast 30 Prozent der Baubetriebe wissen einer aktuellen Kundenbefragung zufolge nicht, dass ausbildende Betriebe den überwiegenden Teil der Ausbildungskosten von SOKA-BAU ersetzt bekommen. So funktioniert die Ausbildung am Bau: Alle Baubetriebe – auch diejenigen, die nicht ausbilden – zahlen für die Berufsausbildung einen Beitrag von derzeit monatlich zwei Prozent der Bruttolohn­summe ihrer Arbeitnehmer an SOKA-BAU. Hiervon wird ein Großteil der Ausbildungskosten finanziert.

Ausbildung lohnt sich – auch für den Betrieb

Der Ausbildungsbetrieb selbst bekommt für gewerblich Auszubildende von SOKA-BAU die Ausbildungsvergütung im ersten Ausbildungsjahr für zehn Monate erstattet, im zweiten Ausbildungsjahr für sechs Monate und im dritten Ausbildungsjahr für einen Monat. Für technisch und kaufmännisch Auszubildende wird die monatliche Ausbildungs­vergütung zehnmal im ersten und viermal im zweiten Ausbildungsjahr erstattet. Zusätzlich erhalten die Betriebe eine 20prozentige Pauschale als Erstattung für den Sozialaufwand. "Ein intelligentes System, dass sich seit 30 Jahren bewährt hat", kommentiert Doetsch die branchenfinanzierte Ausbildung am Bau.

28.000 EUR für jeden Bau-Azubi

SOKA-BAU erstattet Baubetrieben für einen gewerblich Auszubildenden in den alten Bundesländern zur Zeit für drei Lehrjahre bis zu 28.000 EUR (neue Bundesländer: 26.000 EUR). Davon gehen rund 14.000 EUR (neue Bundesländer: 12.000 EUR) direkt an den Ausbildungsbetrieb und decken dort einen erheblichen Teil der Ausbildungsvergütungen. Weitere rund 14.000 EUR (alte und neue Bundesländer) decken Ausbildungskosten in überbetrieblichen Ausbildungszentren. Für technisch und kaufmännisch Auszubildende erhalten Baubetriebe in den alten Bundesländern rund 10.000 EUR (neue Bundesländer: rund 8.500 EUR).

Die Erstattungsleistungen von SOKA-BAU für betriebliche und überbetriebliche Ausbildungskosten, durch welche die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe gefördert und anerkannt werden soll, werden daher auch im nächsten Jahr mit voraussichtlich mehr als 260 Mio. EUR auf einem sehr hohen Niveau liegen.


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