Saubere Wärme fürs Eigenheim
Kriterien für die Wahl des Energieträgers
Schwäbisch Hall, - Möglichkeiten, in der kalten Jahreszeit in den eigenen vier Wänden für wohlige Wärme zu sorgen, gibt es einige. Doch welcher Brennstoff ist der richtige, damit während der Heizperiode im Eigenheim eine wohlige Wärme entsteht? Die Wahl des Energieträgers ist nicht nur eine Frage des Preises. Auch Lagerung und Umweltschutzaspekte spielen eine entscheidende Rolle. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall zeigt die Alternativen mit ihren Vor- und Nachteilen auf.
Zeitgemäßes Bauen, wie es die Energieeinsparverordnung (EnEV) vorschreibt, soll Häuser entstehen lassen, die schon mit möglichst wenig Energieeinsatz behaglich zu heizen sind. Dabei sind die Autoren der Verordnung nicht allein von den Verbrauchswerten verschiedener Heizungssysteme im Haus selbst ausgegangen, sondern haben weitere Aspekte mit einbezogen. Schließlich muss Heizöl aus Rohöl gewonnen, Strom in Kraftwerken erzeugt, Gas gefördert und alles zumeist über Zwischenstationen zum Endverbraucher transportiert werden und auch dabei wird Energie verbraucht. Dazu haben die Experten eine rechnerische Größe entwickelt: den so genannten Primärenergiefaktor. Je niedriger dieser Faktor, desto besser die Energiebilanz des Hauses.
Von Omas Ofen zum modernen Pelletkessel
Den niedrigsten Primärenergiefaktor aller Brennstoffe hat das gute alte Holz, ob klassisch als Scheit oder in der modernen Variante als Pellet: Er liegt knapp über null. Holzpellets werden aus Hobel- und Sägespänen hergestellt. Dabei wird der unbehandelte Rohstoff unter hohem Druck verdichtet und in kleine, zylindrische Rollen gepresst. Ein Kilo davon entspricht im Brennwert etwa einem halben Liter Heizöl. Man muss aber nicht wie zu Großmutters Zeiten immer aufs Neue einen Ofen befüllen, wenns in der guten Stube mal wieder richtig warm werden soll. Moderne Pellet-Kessel können durchaus das Beheizen und die Warmwasserbereitung eines ganzen Doppelhauses übernehmen. Die Pellets werden dafür in einem Vorratsraum gelagert und über eine spiralförmige Leitung oder ein Luftfördersystem automatisch in den Kessel befördert.
Maßstab Sieben
Gas und Öl haben den Primärenergiefaktor 1,1. Am Verbrauch dieser klassischen Energieträger fürs Eigenheim orientiert sich die Energieeinsparverordnung. Der Maßstab ist dabei das Sieben-Liter-Haus bzw. das Sieben-Kubikmeter-Haus. Das bedeutet: Für Heizung und Warmwasser dürfen pro Jahr und Quadratmeter Wohnfläche nicht mehr als 7 Liter Öl oder 7 m3 Gas verfeuert werden für ein 130 m2-Haus also maximal 910 Liter bzw. 910 m3. Dieses Ziel wird mit modernen Brennwertkesseln erreicht, die nicht nur die bei der Verbrennung entstehende Wärme, sondern auch die im Wasserdampf der Abgase gebundene Energie nutzen. Gas kann man übrigens auch ohne Leitungsnetz verfeuern: als Flüssiggas. Es hat denselben Primärenergiefaktor wie Erdgas und verbrennt genauso schadstoffarm, ist allerdings teurer.
2.972 Zeichen
Brennstoffe: Klassiker und Shootingstars
Holzpellets sind die Shootingstars unter den Brennstoffen: Sie haben rasant Marktanteile gewonnen und erfreuen sich bei Bauherren und Eigenheimbesitzern weiter steigender Beliebtheit. Doch nach wie vor teilen sich die Klassiker Gas und Öl den größten Teil des Energiekuchens. Die wichtigsten Eigenschaften der Brennstoffe auf einen Blick:
Erdgas
+ Der einzige Brennstoff, der nicht eigens gelagert werden muss. Erdgas verbrennt besonders schadstoffarm und wirtschaftlich. Gasgeräte kann man überdies platzsparend im Dachgeschoss oder an der Wand unterbringen.
- Da der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt ist, steigt er derzeit an. Da er vom Energieversorger festgelegt wird, muss der Kunde ihn akzeptieren.
Heizöl
+ Auch Öl verbrennt wirtschaftlich und schadstoffarm. Vor allem kann sich der Kunde den jeweils günstigsten Lieferanten aussuchen und sich zu einem niedrigen Preis eindecken.
- Für Heizöl braucht man einen Tank. Wegen der Abhängigkeit von der Nachfrage auf dem Weltmarkt und der Krise in der Golfregion, ist der Ölpreis derzeit sehr hoch. Wer zu Zeitpunkten wie diesem Öl braucht, hat Pech gehabt.
Holzpellets
+ Die Vorteile der kleinen Presslinge liegen in ihrer hohen Energiedichte, der guten Transport- und Lagerfähigkeit sowie den niedrigen Emissionen. Holzpellets sind von der Ökosteuer befreit und werden nur mit dem reduzierten Mehrwertsteuersatz belastet.
- Für Holzpellets braucht man einen Lagerraum und wird die Heizung automatisch befüllt neben dem Kessel auch noch Platz für ein Silo.
Flüssiggas
+ Überall dort eine Alternative zu Erdgas, wo es keine Anbindung an das Gasversorgungsnetz gibt. Flüssiggas ist beinahe frei von Schwefelverbindungen und hat niedrige Emissionswerte.
- Der optische Reiz eines Flüssiggastanks im Garten ist eher begrenzt. Wer den Tank im Erdreich versenken möchte, muss dafür höhere Kosten in Kauf nehmen.
Grafik Energieträger
Ihre Ansprechpartnerin:
Ingrid Lechner
Telefon: 0791/46-2929
Telefax: 0791/46-4072
E-Mail: ingrid.lechner@schwaebisch-hall.de
Internet: www.schwaebisch-hall.de