Immer mehr Städte und Gemeinden
Immer mehr Kommunen setzen bei der Stadtplanung auf moderne Holzbauarchitektur. Der natürliche Bau- und Werkstoff überzeugt öffentliche Bauherren durch hohe Leistungsfähigkeit, kurze Bauzeiten und flexible Gestaltungsmöglichkeiten. Verwaltungssitze, Gemeindezentren, Stadtbibliotheken, Kliniken oder Turnhallen lassen sich ebenso mit Holz errichten wie Brücken oder Lärmschutzwände an Autobahnen.
Beim städtischen Wohnungsbau spielt Holz eine zunehmend wichtige Rolle. Die Weiterentwicklung der Holzbauweisen ermöglicht heute auch mehrgeschossige Holzgebäude. Seit Mitte der 90er Jahre bewähren sich zum Beispiel drei- und vierstöckige Mehrfamilienhäuser aus Holz. Dabei werden alle aktuellen Anforderungen des Brand-, Wärme-, Feuchte- und Schallschutzes erfüllt.
In Gebäuden der öffentlichen Hand kommen viele Menschen zusammen ein gesundes Raumklima ist deshalb besonders wichtig. Mit seinen guten Dämmeigenschaften sorgt Holz für angenehme Temperaturen und geringe Heizkosten. Der Naturbaustoff wirkt ausgleichend auf die Luftfeuchtigkeit im Raum. Das kommt vor allem Allergikern zugute. Im Hinblick auf schädliche Emissionen ist Holz unbedenklich. Schulen und Kindergärten in Holzbauweise sind frei von PCB und anderen Schadstoffen.
Aber auch der normale Büroarbeiter, der meist mehr Zeit in den Räumen seines Arbeitgebers verbringt als im eigenen Wohnzimmer, profitiert von dem Plus an Wohlbefinden in Holzgebäuden. Zu den physikalischen Vorteilen kommen psychologische: Holz ist ein warmer, sympathischer Naturstoff, mit dem sich die Menschen seit jeher gern umgeben.
Alternativlos im Lokalen Agenda 21-Bemühen
Städte und Gemeinden, die mit Holz bauen, entscheiden sich für einen umweltfreundlichen, zukunftsfähigen Rohstoff. Im Gegensatz zu anderen Baumaterialien wächst Holz nach und ist deshalb dauerhaft verfügbar. Seit über 200 Jahren wird der deutsche Wald nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit bewirtschaftet: Ihm wird pro Jahr nur so viel Holz entnommen, wie im selben Zeitraum nachwächst. Durch eine verstärkte Verwendung von Holz fördern Kommunen die nachhaltige Entwicklung vor Ort eine zentrale Aufgabe im Rahmen der Lokalen Agenda 21.
Bauen mit Holz ist auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Denn Bäume entziehen der Atmosphäre Treibhausgase in Form von Kohlenstoff. Dieser wird auch über die Lebensdauer der Bäume hinaus im Holz gespeichert. Jedes Holzprodukt sei es ein Parkettboden, ein Möbelstück oder ein komplettes Haus trägt dazu bei, Treibhausgase für lange Zeit unschädlich zu machen. So bindet das Holz eines durchschnittlichen Wohnhauses etwa fünf bis zehn Tonnen Kohlenstoff. Rechnet man alle Holzprodukte zusammen, die derzeit in Deutschland in Gebrauch sind, ergibt sich nach den Erkenntnissen des Holzabsatzfonds eine Speichermenge von etwa 340 Millionen Tonnen Kohlenstoff.
Mit innovativen Holzbaukonzepten können Städte und Gemeinden sowohl in architektonischer als auch in ökologischer Sicht Zeichen setzen. Gerade im Wettbewerb von Fremdenverkehr und Kongresstourismus eröffnet Holz im öffentlichen Bereich große Chancen. Belege finden sich in der Informationsbroschüre Bauen mit Holz in Kommunen, die der Deutsche Städte- und Gemeindebund und der Holzabsatzfonds gemeinsam herausgegeben haben. Auf 19 Seiten werden gelungene Beispiele des Einsatzes von Holz in Städten und Gemeinden vorgestellt.