» Hohe Erwartungen an den „Rat für Wachstum und Innovation“ / ITK-Dienste und Software auf Rang eins der Innovatoren / Defizite

» Hohe Erwartungen an den „Rat für Wachstum und Innovation“ / ITK-Dienste und Software auf Rang eins der Innovatoren / Defizite im Bildungssystem und bei den ITK-Investitionen
Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM)

(Verbandspresse, 24.05.2006 13:58)

(Berlin) - Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) hat die Einrichtung eines „Rates für Wachstum und Innovation“ unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt. „Deutschland muss seine Innovationskraft stärken, um international den Anschluss zu halten“, sagte BITKOM-Präsident Willi Berchtold anlässlich des ersten Treffens des Gremiums. „Der weltweite Wettbewerb wird schärfer und erfasst nach der Hightech-Branche nun auch den Dienstleistungssektor. Deshalb brauchen wir mehr denn je exzellente Bildung, mehr Unternehmergeist und bessere Rahmenbedingungen für die Wirtschaft.“ Der Innovationsrat mit Spitzenvertretern deutscher Unternehmen könne der Politik wichtige Anregungen für ihren künftigen Kurs geben.
Nach aktuellen Untersuchungen der EU-Kommission liegt Deutschland im Ländervergleich (EU plus USA und Japan) bei der Innovationsfähigkeit im oberen Mittelfeld. Im Ranking der innovativsten Nationen ist Schweden Spitzenreiter vor der Schweiz, gefolgt von Finnland, Japan, Dänemark und den USA. Deutschland liegt auf Platz 7. Der Innovationsindikator der EU-Kommission berücksichtigt unter anderem Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die Qualität des Bildungssystems, den Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur oder die Verfügbarkeit von Wachstumskapital. Eine gute Performance erzielt Deutschland zum Beispiel bei der Zahl der angemeldeten Patente oder der Entwicklungstätigkeit von mittelständischen Unternehmen, die deutlich über dem EU-Durchschnitt liegt. Schlecht schneidet dagegen das deutsche Bildungssystem ab. Die Zahl der Hochschulabsolventen in den technischen Fächern ist gering und zu wenige Arbeitnehmer nehmen an notwendigen Fortbildungsmaßnahmen teil.

„Besorgnis erregend ist der große Rückstand vieler europäischer Länder gegenüber den USA und Japan“, sagte Berchtold. Die im europäischen Schnitt schlechte Innovationsperformance ist vor allem auf drei Punkte zurückzuführen: Geringerer Anteil in der Bevölkerung mit einer weiterführenden Ausbildung, geringere Zahl von in den USA angemeldeten Patenten und geringere Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnik. Vor diesem Hintergrund begrüßt der BITKOM die angekündigten innovationspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung, darunter die „High-Tech-Strategie Deutschland“, das ITK-Forschungsprogramm „IT 2010“ sowie die Durchführung eines „IT-Gipfels“ im Herbst. Berchtold: „Die Querschnittsbranche ITK wird künftig mehr noch als bisher einen wesentlichen Beitrag zu den Innovationserfolgen anderer Wirtschaftszweige leisten.“

Im Vergleich der innovativsten Branchen nimmt in Deutschland die ITK-Wirtschaft mit den Segmenten Software, Telekommunikationsdienste und IT-Services einen Spitzenplatz ein. Das hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim ermittelt. Bei der Innovatorenquote liegt die ITK-Wirtschaft vor dem Maschinenbau und der Elektroindustrie auf Platz Eins. Die Innovatorenquote beschreibt den Anteil der mit Innovationen erfolgreichen Unternehmen einer Branche. Nach Angaben des ZEW planen die deutschen Unternehmen, ihre Innovationsaufwendungen im Jahr 2006 um 2 Prozent auf rund 103 Milliarden Euro zu steigern. Getragen wird das Plus vor allem von der verarbeitenden Industrie. Dienstleister investieren deutlich zurückhaltender in neue Produkte und Prozesse.

Quelle/Kontaktadresse:
Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM)
Cornelia Kelch, Referentin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albrechtstr. 10, 10117 Berlin
Telefon: (030) 27576-0, Telefax: (030) 27576-400

eMail: c.kelch@bitkom.org
Internet: http://www.bitkom.org


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