Public Private Partnership im öffentlichen Hochbau
* Investitionen im Umfang von 500 Mio. Euro auf den Weg gebracht!
* Erste Projekte bringen Effizienzvorteile zwischen 10 und 19 %!
* PPP-Kompetenzzentren als Erfolgsfaktor!
Seit der Jahreswende 2003/2004 sind im Rahmen von Public Private Partnershipmodellen (PPP) kommunale Investitionen im Umfang von fast 500 Mio. Euro angeschoben worden. Damit ist der Durchbruch für diese vielversprechende neue Form der Arbeitsteilung zwischen Kommunen und Bauunternehmen auch in Deutschland geschafft. Das erklärte heute der Vorsitzende des Arbeitskreises Private Finanzierung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dipl.-Ing. Herbert Bodner, anlässlich eines PPP-Symposiums, das der Hauptverband zusammen mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und dem PPP-Kompetenzzentrum Schleswig-Holstein, das im Februar bei der Investitionsbank (IB) eingerichtet wurde, in Kiel veranstaltete. Für die nächsten Jahre erwartet Bodner ein steigendes Marktvolumen: Allein bei Schulen, Verwaltungsgebäuden und Krankenhäusern rechnen wir damit, dass bis zum Jahr 2009 PPP-Projekte mit einem Volumen von etwa 6 Mrd. Euro ausgeschrieben werden.Es ist genug diskutiert. Jetzt gilt es die privatwirtschaftliche Realisierung öffentlicher Hochbauten in der Praxis zu erproben, erklärte Bodner. Die Ausschreibung und die Vergabe der ersten echten PPP-Schulprojekte in Offenbach, Monheim, Frechen und Witten hätten immerhin Effizienzvorteile gegenüber einer konventionellen Realisierung zwischen 10 und 19 % an den Tag gebracht. Zur Unterstützung insbesondere der kommunalen Investoren forderte Bodner Bund und Länder auf, ein deutschlandweites Netzwerk von PPP-Beratungszentren aufzubauen. Für mittlere und kleinere Gemeinden sei die Schwelle, sich der PPP-Beschaffungsvariante zu öffnen, nach wie vor sehr hoch; Landeskompetenzzentren könnten auf dem Wege der Anschubberatung dazu beitragen, die Angst vor dem Neuen und Unbekannten zu überwinden. Bodner: PPP Task-Forces können wie das Beispiel Nordrhein-Westfalen zeigt maßgeblich zum Erfolg des PPP-Projekts beitragen. Ich begrüße es deshalb ausdrücklich, dass sich das Land Schleswig-Holstein im Frühjahr 2004 zur Gründung eines PPP Kompetenzzentrums entschlossen hat. Weitere Länder wie Hessen und Niedersachsen werden folgen.
Das PPP-Kompetenzzentrum der IB hat in sehr kurzer Zeit bereits mehrere konkrete PPP-Konzepte in Schleswig-Holstein angeschoben. Gespräche gibt es insbesondere mit Kiel, Lübeck, Neumünster und Schwarzenbek. Vorrangig geht es dabei um Schulbau, erklärte Dr. Klaus Rave, Vorstand der IB, auf dem PPP-Symposium mit über 100 Teilnehmern aus Kommunen und Wirtschaft.
Um Kommunen und Landkreise bei der Realisierung von PPP-Projekten zu unterstützen, hat der Hauptverband der Deut-schen Bauindustrie gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund sowie den Unternehmensberatungsgesellschaften PricewaterhouseCoopers und Freshfields Bruckhaus Deringer eine Reihe von regionalen Informationsveranstaltungen initiiert, die nach erfolgreichen Veranstaltungen in Magdeburg und Wiesbaden heute in Kiel fortgeführt wurde.