Arbeitslosenzahlen am Bau auf Rekordniveau: 383.290 Bauleute im März ohne Arbeit!



Arbeitslosenzahlen am Bau auf Rekordniveau: 383.290 Bauleute im März ohne Arbeit!

Die anhaltende Schwäche der Baukonjunktur bleibt nicht ohne Auswirkung auf den Bauarbeitsmarkt. Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie heute in Berlin mitteilte, ist die Bauarbeitslosigkeit im März 2005 auf ein Rekordniveau gestiegen: Die Zahl der arbeitslosen Bauarbeiter lag um 51.200 über dem Wert des letzten Jahres. Insgesamt waren 383.300 Bauleute ohne Arbeit!Aber nicht nur die leeren Auftragsbücher sind Schuld an der Rekordarbeitslosigkeit. Auch der kalte März trug mit dazu bei, dass der saisonübliche Rückgang der Arbeitslosigkeit wesentlich geringer ausgefallen ist als in den Vorjahren. 67 % der vom ifo Institut im Rahmen seines Konjunkturtests befragten westdeutschen Bauunternehmen meldeten witterungsbedingte Behinderungen der Bautätigkeit im März. Im Vorjahr waren es nur 47 %. Ostdeutsche Firmen waren sogar noch stärker betroffen: Fast 80 % der Unternehmen meldeten witterungsbedingte Ausfälle (Vorjahr: 54 %). Entsprechend ist die Frühjahrsbelebung in diesem Jahr ausgeblieben: Während die Arbeitslosenzahlen im März im Vergleich zum Vormonat normalerweise um ein Zehntel zurückgehen, blieben sie in diesem mit Minus 0,5 % fast stabil.
Der starke Anstieg der Arbeitslosenzahl ist zum Teil aber auch statistisch bedingt. So werden im Zusammenhang mit den Hartz-IV-Reformen die erwerbsfähigen Sozialhilfeempfänger, die bislang nicht in der Arbeitslosenstatistik erfasst wurden, zu den Arbeitslosen gezählt. Die bis dato verdeckte Arbeitslosigkeit tritt nun offen zu Tage. Zudem wurde die Erhebung der Statistik vom Monatsende auf die Monatsmitte vorverlegt.

Der Hauptverband geht davon aus, dass die anhaltende Konjunkturschwäche in diesem Jahr noch einmal bis zu 32.000 Bauarbeitsplätze kosten wird. Damit werden im Durchschnitt des laufenden Jahres nur noch 735.000 Personen im Bauhauptgewerbe beschäftigt sein, fast 50 % weniger als noch 1995. Die Arbeitslosen werden, aufgrund der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage, nur geringe Chancen haben, in einer anderen Branche eine Beschäftigung zu finden. Die Zahl der Arbeitslosen wird deshalb von 278.000 im letzten Jahr auf (im Jahresdurchschnitt) 293.000 steigen. Damit erreicht die Arbeitslosenquote mit 37 % einen neuen Rekord. Besonders betroffen sind die neuen Bundesländer mit einer Arbeitslosenquote von über 50 %: Auf einen beschäftigten Bauarbeiter kommt ein Arbeitsloser.


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