Ausbildungsbilanz mit Licht und Schatten Zuwachs bei neuen Lehrverträgen im Handwerk – Mehr vorzeitige Vertragslösungen

Ausbildungsbilanz mit Licht und Schatten Zuwachs bei neuen Lehrverträgen im Handwerk – Mehr vorzeitige Vertragslösungen

Presse-Informationen der HwK Tier
Licht und Schatten kennzeichnen die Ausbildungsbilanz der Hwk Trier zum Jahresende. Trotz schlechter Konjunktur stieg der Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge um 1,6 Prozent an. Angesichts einer anhaltend schlechten Konjunktur bewertet die Hwk Trier den Abschluss von 1.600 neuen Lehrverträgen außerordentlich positiv. Dank einer intensiven Lehrstellenwerbung konnte der anhaltende Abwärtstrend gestoppt und nun zum zweiten Mal hintereinander ein leichtes Plus erzielt werden.

Deutlich mehr neue Lehrlinge als in den Vorjahren stellten insbesondere die Kfz-Mechatroniker und die Metallbauer ein. Auch die Tischler legten nach dem Einbruch im letzten Jahr wieder deutlich zu.

Die schwierige Situation im Baubereich machte sich dagegen im abgelaufenen Jahr auch bei den Lehrlingszahlen bemerkbar. In den Nahrungshandwerken waren nach einem Zwischenhoch im Vorjahr die Lehrlingszahlen ebenfalls wieder rückläufig.

Die Gesamtzahl der handwerklichen Ausbildungsbetriebe konnte mit über 1.800 nahezu stabil gehalten werden, obwohl steigende Insolvenzen auch Lehrstellen kosteten. Dies war deshalb möglich, weil sich über 100 Handwerksbetriebe im Jahr 2004 erstmals in der Ausbildung engagierten.

Trotz der anhaltend positiven Entwicklung bei den neu abgeschlossenen Lehrverträgen wurde die Trendwende auf dem regionalen Ausbildungsmarkt im Handwerk aber noch nicht geschafft. Dies unterstreicht der Rückgang beim Gesamtbestand der Lehrverhältnisse.

Hauptursache hierfür ist eine um 16 Prozent deutlich gestiegene Zahl an vorzeitig aufgelösten Lehrverträgen – eine bei angespanntem Ausbildungsmarkt eher untypische Entwicklung.

Aus der Sicht der Hwk Trier ist dies ein Indiz dafür, dass es nicht ausreiche, Jugendliche nur irgendwie zu "versorgen". Angesichts steigender Anforderungen in der Ausbildung müssten Bewerber auch die Mindest-Voraussetzungen für einen erfolgreichen Lehrabschluss mitbringen.

Bundesweit hat das Handwerk daher inzwischen einen "nationalen Bildungspakt" vorgeschlagen, um insbesondere leistungsschwächere Jugendliche frühzeitiger und gezielter auf eine Ausbildung vorzubereiten.

Hwk/ Ansprechpartner: Günther Behr, Tel. 0651/207-121, E-Mail: gbehr@hwk-trier.de