Baugips

Baugips ist ein Überbegriff, der Bindemittel bezeichnet, welche vorwiegend bei Estricharbeiten, Putzarbeiten, Rabitzarbeiten, Stuckarbeiten und bei der Herstellung von Gipsbauplatten zum Einsatz kommen.

Prinzipiell nennt man jeden Gipsstein Baugips, welcher im Bauwesen von Nutzen ist. In der Natur trifft man Gips als Gipsstein an. Diesen brennt man, und je nach Brenntemperatur bildet sich Stuckgips oder Anhydritgips. Wird der Gipsstein bei Temperaturen zwischen 100 Grad Celsius und 300 Grad Celsius gebrannt, bildet sich Stuckgips, ein Halbhydrat, in welchem noch ein kleiner Anteil gebundenes Wasser enthalten ist. Brennt man Gipssstein bei einer Temperatur zwischen 300 und 1000 Grad Celsius, wird das ganze Kristallwasser im Stein entfernt und es bildet sich Anhydritgips.

Die Produkte, die sich aus diesen Gipsarten bilden, mahlt man fein und verpackt sie säckeweise oder lose in Containern oder Silos als Baugips. Wenn man den Gips mit Wasser anmacht, kann er dieses Wasser aufnehmen und sich wieder in seine originale Form, den Gipsstein zurückbilden.

Die DIN 1168 reguliert die unterschiedlichen Arten von Baugips. Gipsarten ohne Zusatzstoffe umfassen Stuckgips und Putzgips. Stuckgips ist weich und erhärtet recht schnell, allerdings dauert es etwa einen Monat, bis er seine Mindestdruckfestigkeit erreicht. Man setzt ihn ein, um im Außen- und Innenbereich Stuckornamente zu fertigen, also Decken-, Fassaden- und Wandstuck. Putzgips versteift innerhalb von wenigen Minuten und er kann länger als Stuckgips verarbeitet werden. Eingesetzt wird als Maschinen- oder Handgipsputz.

Zu den Gipsarten mit Zusatzstoffen zählen Mörtelgips (dient der Befestigung von Elektrodosen in den Wänden), Fugengips (zum Ausfugen von Wandschlitzen, Gipsbauplatten usw.), Haftgips (zur Fixierung von Bauelementen an Oberflächen), Estrichgips (als Estrich) und Spachtelgips (zum Verspachteln von Unebenheiten an der Decke und den Wänden).