Baustahl

Baustahl ist eine Stahlart, die im Maschinen- und Stahlbau zum Einsatz kommt.

Es ist einer der meistbenutzten Stähle. Er zeichnet sich durch eine niedrige Legierung und lediglich teilweise Wärmebehandlung aus. So erhalten Baustähle durchschnittliche Eigenschaften, die für eine Vielzahl von Anwendungszwecken genügen. Zudem sind sie recht günstig. Heute gibt es keinen allgemein gültigen Unterschied zwischen Baustählen und Qualitätsstählen mehr. Die EN-Normen definieren Baustähle als Stähle, die nicht direkt als Werkzeugstahl benutzt werden. Generell rechnet man nahezu sämtliche kohlenstoffarme Stähle zu den Baustählen. Auch einige kohlenstoffreiche Arten sind jedoch Baustähle, hier liegt allerdings die Grenze zu den Qualitätsstählen. Eines der Grundmerkmale von Baustählen ist ihre Mindestzugfestigkeit, die bei unter 500 N/mm2 liegt. Man kann Baustähle schweißen sowie spannungsarm glühen.

Hergestellt wird Baustahl aus Eisenerz, das man vorrangig im Tagebau gewinnt. Verhüttet wird es auf der ganzen Welt. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten zur Produktion von Baustahl. Im Blasverfahren frischt man das Roheisen mit Luft oder Sauerstoff auf. Der dabei eintretende Oxidationsprozess hält den Stahl flüssig. Ein anderes Verfahren ist das Herdfrischverfahren. Bei diesem Vorgang entnimmt man den Sauerstoff für die Oxidation aus dem Erz und Schrott, die zugesetzt wurden. Auch ist die Zuführung externer Wärme erforderlich.

Man verwendet Baustähle als Bandstahl, Formstahl, Grob-, Mittel- sowie Feinbleche, Formstahl und im Maschinenbau, Schiffbau, Stahlhochbau, Fahrzeugbau und Brückenbau als Konstruktionsstahl. Auch Eisenbahnober- und Unterbaumaterial wird aus Baustahl gefertigt. Darüber hinaus kommt Baustahl als Armierungsstahl zum Einsatz. Ist der Baustahl kaltgezogen oder kaltgefalzt, werden aus ihm außerdem Spannbänder, Metallwaren, Konservendosen, Felgenbänder, Kabelbänder, Schrauben und vieles mehr gefertigt.