Baustelle der Superlative: Die neue Messe Stuttgart

Baustelle der Superlative: Die neue Messe Stuttgart

Lange war sie in der Diskussion, jetzt wird sie Realität: Direkt neben dem Stuttgarter Flughafen entsteht derzeit die neue Messe. Schon im Jahr 2007 soll hier der Betrieb aufgenommen werden. Bis dahin werden gut 800 Millionen Euro auf dem 83 Hektar großen Gelände verbaut sein. Der Zeitplan ist ehrgeizig: Nach nur 31 Monaten Bauzeit soll die neue Messe Stuttgart am 22. April 2007 eröffnet werden. Damit dieser Termin gehalten wird, arbeiten bis zu 1.500 Arbeiter auf Deutschlands größter Baustelle, die mit weiteren Superlativen aufwartet: Allein 600.000 m3 Beton und 65.000 to Stahl werden hier verbaut. Auf dem Baufeld werden bis zur Fertigstellung über 1,8 Millionen m3 Erde bewegt. Die Messe, die von den Stuttgarter Architekten Wulf & Ass. geplant wurde, ist verkehrsgünstig wie kaum eine andere gelegen, denn nur einen Steinwurf entfernt befindet sich der Stuttgarter Flughafen. Bereits 1993 wurde mit der Suche nach dem optimalen Standort für die neue Messe begonnen. Unter 94 Möglichkeiten ging dann als Sieger einstimmig das Areal zwischen der B27, dem Stuttgarter Flughafen, dem Echterdinger Ei und der Bundesautobahn A8 hervor. Um das Verkehrsangebot, zu dem auch eine S-Bahn-Verbindung gehört, zu komplettieren, ist noch ein Nah- und Fernbahnhof in Planung.

Trotz der optimalen Verkehrsanbindung liegt die neue Messe direkt auf den Feldern den Fildern unmittelbar vor der Landeshauptstadt Stuttgart. Damit hier überhaupt erst einmal mit dem Bauen begonnen werden konnte, war es nötig, den Boden zu stabilisieren und tragfähig zu machen. Hierfür wurde Weißfeinkalk vom Kalkwerk Istein der HeidelbergCement AG verwendet. Den Auftrag für die Erstellung der Messehallen erhielten die Bauunternehmen Max Bögl, Neumarkt, und Leonhard Weiss, Göppingen. Insgesamt verbauen allein diese beiden Partner rund 350.000 m3 Beton, der direkt vor Ort auf der Baustelle mit zwei Mischanlagen produziert wird. Der Zement hierfür kommt übrigens aus dem tiefsten Schwäbischen aus dem Zementwerk Schelklingen der HeidelbergCement AG, das die rund 100.000 Tonnen PKZ CEM II komplett für diese Baustelle produziert. Hinzu kommen noch Spezialzemente für Hochdruckinjektionen und Ankertechnik.

Die Dimensionen der neuen Messe Stuttgart sind schon jetzt von der Autobahn aus erkennbar: Sieben Hallen mit jeweils 10.000 m2, eine Hochhalle mit 25.000 m2 und eine kleine Messehalle von 5.000 m2 Ausstellungsfläche werden ab 2007 zur Verfügung stehen. Zukunftsweisend ist die Architektur, die Aussteller und Besucher dann empfängt: Teilverglaste Fassaden, umlaufende Lichtbänder, die die Hallen mit viel Tageslicht versorgen, Verbindungswege unter Glasdächern und ein Kongresszentrum mit transparenter Fassade.

Das optisch herausragende Bauwerk aber und vielleicht auch das neue Wahrzeichen der Messe wird das aus zwei Fingern bestehende Parkhaus sein, das die Autobahn A8 überspannt und als Bindeglied zwischen den Messebauten und dem Messepark dient. Dieses spektakuläre Projekt wird im so genannten Takt-Schiebe-Verfahren wie eine Brücke erstellt. Auch das Parkhaus ist in seinen Dimensionen bereits erkennbar: Zwei 412 Meter lange Super-Garagen von je 30 Metern Höhe und 100 Metern Breite bieten auf ihren Betondecken Platz für 4.000 Fahrzeuge. Vom begrünten Dach lassen sich zukünftig Messe, Flughafen und die Filderäcker überblicken. Die fächerförmige Landschaftsbrücke besteht aus einer stählernen Fachwerkkonstruktion, deren geschosshohe Fachwerkträger sich 100 Meter frei über die Autobahn und die ICE-Strecke spannen.

Die Flughafengesellschaft investiert 73,5 Millionen Euro in diesen Bau, der auch den Fluggästen nutzt. Denn Parkhaus und Parkplätze von Flughafen und Messe werden zukünftig aus einer Hand betrieben. In Zeiten ohne publikumsstarke Messen, aber mit hohem Flugaufkommen, zum Beispiel in den Ferien, können hier die Flugpassagiere parken. Umgekehrt können Messebesucher in Zeiten mit weniger Fluggästen, zum Beispiel im Winter, die Flughafen-Parkhäuser benutzen.

Und auch daran wurde gedacht: Wenn die Messe wächst können die als Parkflächen im Westen gekennzeichneten Flächen zu gegebener Zeit noch zwei weitere Standardhallen aufnehmen und damit das Gelände problemlos erweitern.

Bildunterschrift
Deutschlands größte Baustelle: Die neue Messe Stuttgart wird sowohl an Flughafen als auch an Autobahn, ICE-Strecke, S-Bahn sowie eine Bundesstraße direkt angebunden sein.