Bayerisches Know-how für EU-Kandidat Litauen

Bayerisches Know-how für EU-Kandidat Litauen
Umweltminister Schnappauf: 100 000 Euro für Litauische Agenda21-Projekte / Delegation aus Litauen erhält Agenda-Schulung

(München) Mit knapp 100 000 Euro bezuschusst das Bayerische Umweltministerium ein Kooperationsprojekt Bayern - Litauen, um die litauischen Kollegen bei der Umsetzung ihrer Lokalen Agenda21-Projekte zu unterstützen. Der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf gab heute grünes Licht für die Umwelt-Kooperation. Der Zuschuss wird aus Mitteln des Allgemeinen Umweltfonds gewährt, der im Zuge der „Offensive Zukunft Bayern“ aus Privatisierungserlösen des Freistaats eingerichtet wurde.
Im Hinblick auf den bevorstehenden EU-Beitritt unserer mittel- und osteuropäischen Nachbarn 2004 sei die Förderung von Agenda21-Projekten ein wichtiger Baustein, um Litauen an die in der EU geltenden ökologischen Standards heranzuführen, betonte Umweltminister Werner Schnappauf. Bayern hat inzwischen große Erfahrung mit Lokalen Agenda-Projekten, denn in rund 1/3 aller Städte und Gemeinden in Bayern sind Agenda-Gruppen aktiv.

Im Rahmen des Projektes sind mehrere Delegationsbesuche geplant: Zu Beginn des nächsten Jahres absolviert eine achtköpfige Expertengruppe aus Litauen eine Agenda-Schulung am Bildungszentrum für Umweltschutz in Lauingen (Schwaben) und im Frühjahr 2004 können sich hochrangige litauische Kommunalvertreter in bayerischen Kommunen über ausgewählte Agenda21-Projekte informieren.

In Litauen sollen sechs bis acht Agenda-Projekte auf kommunaler Ebene angestoßen und betreut werden. So werden in Marjampole, der drittgrößten Stadt Litauens, in enger Zusammenarbeit mit engagierten Bürgern Klein- und Pflanzenkläranlagen errichtet. Zusätzlich ist eine größere Anlage zur Altautoverwertung in der Planung, die nebenbei Arbeitsplätze für schwer integrierbare Arbeitslose schaffen soll. Darüber hinaus beabsichtigt das in Litauen wegen seines historischen Wasserschlosses bekannte Städtchen Trakai seine touristische Infrastruktur umweltschonend und naturverträglich zu verbessern.

Ziel des Vorhabens ist es, langfristige Partnerschaften zwischen bayerischen und litauischen Kommunen zu etablieren und Kooperationen mit bayerischen Unternehmen der Umwelttechnologie anzubahnen. Auf bayerischer Seite wird das Vorhaben vom Bayerischen Gemeindetag und der KommA 21-Stelle am Landesamt für Umweltschutz begleitet. Auf litauischer Seite sind es das „Environmental Center for Administration and Technology“ und der dortige Gemeindeverband. Projektkoordinator ist die Firma B.A.U.M. Consult GmbH.

Weitere Informationen: http://www.agenda21.bayern.de