Bernhard: Klares 'Nein' zur aktiven Sterbehilfe

Bernhard: Klares 'Nein' zur aktiven Sterbehilfe

+++ Die Einführung aktiver Sterbehilfe in Deutschland wäre ein schwerer Rückschlag für den Lebensschutz und würde Missbrauchsmöglichkeiten Tür und Tor öffnen. Auf einer gemeinsamen Sitzung betonten Bayerns Gesundheits-Staatssekretär Otmar Bernhard und die Vorsitzende der Bioethik-Kommission Professor Marion Kiechle: "Der deutsche Gesetzgeber hat die Tötung auf Verlangen mit gutem Grund unter Strafe gestellt, weil die Missbrauchsgefahr hoch und kaum zu beherrschen ist, wie die Erfahrungen aus den Niederlanden und Belgien zeigen, in denen aktive Sterbehilfe legalisiert ist. Gerade in Grenzsituationen wie schwerer Krankheit, in denen Betroffene nicht mehr adäquat für sich selbst sprechen können, oder bei schwerwiegender Behinderung darf das Leben nicht unter dem Vorwand der Sterbehilfe in die Hände Dritter gelegt werden, die möglicherweise eigene Interessen im Blick haben. Dies würde den Lebensschutz unerträglich aushöhlen." Der aktiven Sterbehilfe setzt Bayern eine würdevolle Sterbebegleitung, fundierte Hospizarbeit und sterbebegleitende Medizin entgegen. +++
Bernhard erteilte damit erneut der Einführung aktiver Sterbehilfe eine klare Absage. "Ethische Grundwerte sind unverzichtbar. Sie dürfen gerade bei sensiblen Fragen wie der Sterbehilfe nicht leichtfertig geopfert werden", so Bernhard. Wer verhindern wolle, bei unheilbarer Krankheit oder dauerndem Verlust des Bewusstseins gegen seinen Willen künstlich am Leben erhalten zu werden, habe dazu schon heute mit Patientenverfügung und der Bestellung eines Patientenanwalts gute Möglichkeiten an der Hand, so Bernhard weiter.

Aufgrund der demographischen Entwicklung wird der Anteil älterer, kranker Menschen in Bayern zunehmen. Auf die damit verbundenen ethischen Herausforderung für unsere Gesellschaft fokussieren die Beratungen der Bioethikkommission. Die Kommission wird daher im Herbst sich mit den speziellen bioethischen Aspekten von Demenzerkrankungen befassen.

Weitere Informationen: http://www.gesundheit.bayern.de

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