Bernhard: Maßnahmen dem Klimawandel anpassen - Versicherungsbranche kann Eigenvorsorge der Bürger stärken

Bernhard: Maßnahmen dem Klimawandel anpassen - Versicherungsbranche kann Eigenvorsorge der Bürger stärken

+++ Die Hochwasserschutzmaßnahmen müssen konsequent an den zu erwartenden Klimawandel angepasst werden. Dies machte Umweltstaatssekretär Otmar Bernhard heute bei einem Symposium der Versicherungskammer Bayern in München deutlich. "Der Starkregen wird im Winter zunehmen. Das erhöht das Ausmaß der Winter- und Frühjahrs-Hochwasser. Zur Vorsorge wird ein Klimaänderungsfaktor von plus 15 Prozent auf die Bemessung der Hochwasserschutzanlagen aufgeschlagen. Gemeinsam mit allen Beteiligten müssen wird den Hochwasserschutz beschleunigen und zugleich auch eine neue Risikokultur schaffen. Denn einen 100prozentigen Schutz aller gewässernaher Bereiche gegen alle Hochwassersituationen gibt es nicht", betonte der Staatssekretär und rief auch die Versicherungsbranche auf, mit neuen Vertragsgestaltungen Klimabewusstsein und Eigenvorsorge zu stärken. +++
Zu einer neuer Risikokultur gehört Bernhard zufolge die Solidarität der Ober- und Unterlieger untereinander. "Alle die in einem Flusseinzugsgebiet leben, sind quasi in einer Schicksalsgemeinschaft. In Flussgebietskonferenzen im ganzen Land werben wir für wasserwirtschaftlich notwendige Maßnahmen", erläuterte der Staatssekretär. Zwingend sei eine entsprechende Flächenvorsorge, um Überschwemmungsgebiete von Bebauung freizuhalten. "Hier sind besonders die Kommunen in der Bauleitplanung gefordert, wie auch die Bürger selber, nicht den Siedlungsdruck auf solche Flächen zu erhöhen und künftig noch weiter vorzusorgen", betonte Bernhard.

Angesichts steigender Hochwassergefahr und zunehmender Klimaerwärmung wird Bernhard zufolge der Hochwasserschutz von staatlicher Seite konsequent im Aktionsprogramm 2020 weiter forciert. So werden in den Jahren 2006 mit 2008 die Investitionen in Hochwasserschutzmaßnahmen auf jährlich 150 Millionen Euro erhöht. Bis 2020 werden insgesamt 2,3 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investiert. Außerdem werden die Genehmigungsverfahren für Schutzanlagen beschleunigt. Schwerpunkte des Hochwasserschutzes sind neben der Deichsanierung die Reaktivierung von Rückhalteflächen und der Bau neuer Rückhaltebecken und Polder. So sollen mindestens 30 Millionen Kubikmeter zusätzlicher Rückhalteraum in sieben gesteuerten Flutpoldern mit einem geschätzten Kostenvolumen von 130 Millionen Euro geschaffen werden. Zudem wird die Hochwasservorhersage und -kommunikation weiterentwickelt. Insbesondere stehen für Bürger Tipps zu Hochwasservor- und -nachsorge in Form einer Checkliste zur Verfügung. Weitere Infos hierzu unter http://www.hnd.bayern.de

Weitere Informationen: http://www.wasser.bayern.de

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