Bisotherm-Plansteine in Passivhäusern

Bisotherm-Plansteine in Passivhäusern

Initiative faktor vier verbindet Ökonomie und Ökologie: Bis zu 90 Prozent Energie einsparen

Weit über 1.000 Passivhäuser entstanden in den letzten zehn Jahren bundesweit. Trotzdem führen die „Energiesparer“ immer noch ein Nischendasein. Die Initiative faktor vier Regio e.V. hat sich daher zum Ziel gesetzt, energetische Verbesserungsmöglichkeiten durch praktische Beispiele in das Bewusstsein von Öffentlichkeit und Fachwelt zu rücken. Unterstützt wird sie dabei von der Bisotherm GmbH Mülheim-Kärlich, deren Plansteine bereits in zwei Musterhäusern der Initiative Verwendung finden.Rund drei Viertel der Gesamtenergie werden in bundesdeutschen Haushalten allein für die Raumwärme benötigt. Daher bietet dieser Bereich auch das größte Einsparungspotenzial. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass sich der Energieverbrauch mit der heutigen Technik um bis zu 90 Prozent senken lässt. Doch obwohl mittlerweile ausgereifte Technologien und Materialien zum energieeffizienten Bauen zur Verfügung stehen, wird meist noch die konventionelle Bauweise bevorzugt. In der Initiative faktor vier haben sich zehn Handwerksunternehmen aus verschiedenen Branchen zusammengeschlossen. Sie wollen zeigen, dass ein verantwortungsbewusster Umgang mit den knappen Energieressourcen sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll ist und zudem auch ästhetisch höchsten Ansprüchen gerecht wird. Im rheinland-pfälzischen Wittlich wurde im September 2001 der Bau von zwei Musterhäusern fertiggestellt, an denen die Vorteile energiesparender Bauweise verdeutlicht werden.

Konsequenter Wärmeschutz

Da der größte Teil an wertvoller Heizenergie über die Gebäudehülle verloren geht, sind über eine stärkere Dämmung der Außenwände und des Dachs die größten Energieeinsparungen zu erzielen. Dabei ist entscheidend, dass die Aussenwände einen U-Wert unter 0,15 W(m2K) erreichen. In den Wittlicher Musterhäusern wurden Planelemente von Bisotherm verwendet, die durch ihre hervorragende Wärmedämmung einen erheblichen Beitrag dazu leisten. Neben ihren Wärmedämmwerten zeichnen sich die Steine durch ihre ausgezeichneten statischen Eigenschaften und ihre einfache Handhabung bei der Verarbeitung aus.

Die Mitglieder von faktor vier achten sorgfältig auf die Winddichtigkeit der Gebäudehülle: Besonders dort, wo verschiedene Bauteile miteinander verbunden werden, ist eine genau geplante Konstruktion und handwerklich saubere Ausführung wichtig. Zu den energiesparenden Bauteilen zählen außerdem hochwärmedämmende Fenster mit Dreifachverglasung: Sie lassen die Sonnenwärme zwar ins Haus hinein, geben aber wenig Energie nach außen ab. Um die Wärme durch Sonneneinstrahlung möglichst effizient zu nutzen, sind die Fensterflächen nach Süden groß, die nach Norden klein. Nicht zuletzt sorgt ein durchdachtes Be- und Entlüftungssystem mit Wärmerückgewinnung für Energieeinsparungen. Einerseits entzieht es der verbrauchten Luft 80 bis 90 Prozent ihrer Wärmeenergie und gibt diese der einströmenden Frischluft zu, andererseits dient es der Verbesserung der Raumluftqualität.

Ohne Heizung und mit wenig Strom

Durch die Kombination von konsequenter Wärmedämmung der Außenwand, speziellen Fenstern und einer kontrollierten Wohnungslüftung kann in den Musterhäusern auf eine herkömmliche Heizungsanlage komplett verzichtet werden. Die Erwärmung des Brauchwassers erfolgt über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Das heißt, der Luft wird Wärme entzogen und über ein Verdichtungssystem dem Wasser zugeführt. Rein rechnerisch haben die Passivhäuser einen Energieverbrauch von 1,5 Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr. Zum Vergleich: Im Schnitt liegt dieser Wert bei 25 Litern. Auch in puncto Stromnutzung wird bereits bei der Einrichtung der Häuser auf Komfort und Sparsamkeit geachtet. Moderne Elektrogeräte ohne „Stand-
by-Funktion“ und Energiesparlampen sorgen für überschaubare Stromrechnungen. Moderne „Bus-Systeme“ übernehmen die komplette Steuerung und Überwachung der Haustechnik: Licht, Lüftung und Rolläden werden abhängig von Wind, Regen, Sonne und Temperatur vollautomatisch gesteuert.

Ökonomie, Ökologie und Optik

Mit moderner, ausgereifter Technik und zu vertretbaren Kosten wird der Energieverbrauch in den faktor vier-Häusern massiv gesenkt und gleichzeitig der Wohnkomfort erhöht. Ökonomischer und ökologischer Nutzen gehen dabei nicht auf Kosten der Optik: Die Wittlicher Musterhäuser machen architektonisch in jeder Hinsicht eine gute Figur. Das Projekt stößt dementsprechend auf positive Resonanz: Bereits ungefähr zwanzig Familien nahmen die Möglichkeit wahr, in den Passivhäusern zur Probe zu wohnen, die in knapp zwei Jahren verkauft werden sollen. Bis dahin werden die Objekte von den faktor vier-Mitgliedern zu Vorführungen genutzt. Außerdem wurde die Initiative mit dem Mainzer Umweltpreis 2001 ausgezeichnet. Faktor vier und die Bisotherm GmbH arbeiten als Partner zukunftsorientiert und im Einklang mit der Natur zusammen und zeigen, dass sich Ökonomie, Ökologie und Verbraucherorientierung keinesfalls widersprechen.