Bitumen

Bitumen ist ein Gemisch, das sich aus unterschiedlichen, organischen Stoffen zusammensetzt und das in der Natur vorkommt, aber sich auch durch Vakuumdestillation aus Erdöl herstellen lässt.

Bitumen ist klebrig, abdichtend und nicht flüchtig. Man findet es in manchen Sedimentgesteinen, beispielsweise in Naturasphalt oder Kupferschiefer. Vorwiegend setzt sich Bitumen aus hochmolekularen, langkettigen Kohlenwasserstoffen zusammen. Zusätzlich enthalten sind Spuren von Metallen, Stickstoff, Sauerstoff und Schwefel, jeweils chemisch gebunden. In Wasser ist Bitumen nahezu unlöslich. So kann man es zum Schutz empfindlicher Bauteile und Stoffe vor Wasser einsetzen. Eine weitere Eigenschaft von Bitumen ist seine Thermoplastizität, was bedeutet, dass seine Viskosität abhängig von der Temperatur ist. Kühlt es ab, wird es spröde, erwärmt es sich, wird es erst fest, dann zähflüssig und schließlich dünnflüssig, alles stufenlos.

Die günstigen stofflichen Eigenschaften lassen diverse Verwendungszwecke von Bitumen im Bauwesen zu. Man nutzt es zum Beispiel im Hochbau, um Gebäudeteile gegen Wasser zu schützen. Dazu bedient man sich Bitumenanstrichen oder Bitumenwerkstoffen wie Bitumendachbahnen. Es existieren sowohl Polymerbitumenbahnen – also Bitumenbahnen aus Plastomer-(PYP) oder Elastomer-(PYE) - als auch Bitumenbahnen – das heißt als Trägereinlagen, die an beiden Seiten mit einer Bitumen-Deckschicht versehen sind. Eine weitere Einsatzart von Bitumen im Hochbau ist eine bitumenhaltige Haftschicht. Mit ihr lässt sich zum Beispiel Stahl vor Korrosion schützen.  Auch als Rückenbeschichtung von Teppichfliesen findet Bitumen Anwendung. Der Straßenbau greift ebenfalls auf Bitumen zurück, um Asphalt herzustellen. In Bade- und Duschwannen, Raumtrennsystemen und Autos verwendet man Bitumenplatten, da diese dank ihres hohen Gewichts sowie ihrer Zähigkeit und geräuschdämpfenden Wirkung viele Vorteile haben.