Bräute des Windes mit "Kleidern" aus Lack

Bräute des Windes mit "Kleidern" aus Lack

Umweltverträglichkeit und Effizienz durch High Tech und Farbdesign

Windenergieanlagen gehören in Norddeutschland zum Landschaftsbild wie Knicks und reetgedeckte Backsteinhäuser - nirgendwo auf der Welt gibt es so viele wie an den Küsten der Deutschen Bucht.Die stabilen Windverhältnisse machen das flache Land hinter den Deichen zum idealen Standort, um auf umweltverträgliche Art Strom zu erzeugen. Ganze Wälder von Windenergieanlagen, deren "Wipfel" bis zu 100 Metern (Nabenhöhe) in den Himmel ragen, gruppieren sich in den zahlreichen Windparks dieser Region und ziehen mit den ruhigen Drehbewegungen ihrer Rotoren die Aufmerksamkeit auf sich.

Die "Majestät" unter den Windenergieanlagen ist die E-66, das "Flaggschiff" des Marktführers Enercon, die durch die Eleganz ihrer fließenden Formen besticht - eine harmonische Synthese von Ästhetik und Funktion, zu der die Lackierung wesentlich beiträgt. Mehr als 400-mal wurde diese Anlage mit einer Nennleistung von bis zu 1,8 MW bereits installiert. Den "aristokratischen Auftritt" der E-66 hat der britische Stararchitekt Sir Norman Foster, der hierzulande vor allem durch die spektakuläre Kuppel des Reichstages in Berlin bekannt geworden ist, inszeniert. Er hat unter anderem die Gondel gestaltet.

Mehr als nur ein schönes Kleid

Entscheidend für die unaufdringliche Wirkung der Windenergieanlagen ist jedoch der Schutzanstrich. Der patentierte grüne Farbverlauf an der Basis der Türme ist ein Markenzeichen des Herstellers. Er schafft eine Verbindung zur Vegetation und sorgt dadurch für eine Optik, die an organisches Wachstum erinnert. Die das Sonnenlicht nicht reflektierende Außenbeschichtung und der spezielle Farbton - ein gebrochenes Papyrusweiß - lassen zudem die vor dem Himmels- und Landschaftspanorama sonst dominierende Wirkung der Türme, Gondeln und Rotorblätter auf angenehme Art zurücktreten.

Windenergieanlagen sind auf eine Lebensdauer von 20 Jahren ausgelegt. In diesem Zeitraum ist grundsätzlich kein Austausch von Komponenten vorgesehen. Dies gilt vor allem für die aus Stahlsegmenten gefertigten 120 Tonnen schweren Türme. Da an den Standorten meist extreme Klima- und Witterungsbedingungen herrschen, ist nachhaltiger Korrosionsschutz von höchster Bedeutung für Betriebssicherheit und Langzeitbetrieb. Entsprechend aufwendig ist der dreilagige Schutzanstrich, der trotz seiner geringen (Mindest-) Dicke der äußeren Schicht von lediglich 280 Tausendstel Millimetern für zwei Jahrzehnte Sicherheit gewährleistet. Die Zweikomponenten-Acryl-Außenbeschichtung zeichnet sich durch besondere Schmutzresistenz aus. Nach innen schließt sich eine Deckschicht aus Polyurethanharz an. Die darunter liegende Epoxid-Eisenglimmerschicht schützt vor photochemischen Einflüssen durch UV-Strahlung. Schließlich verhindert eine Grundierung aus Epoxid-Zinkstaub selbst bei etwaigen mechanischen Verletzungen (z.B. Kratzern) eine Unterrostung des Stahlturms.

So sorgen Lacke und Farben nicht nur für wohltuende ästhetische Wirkungen, sondern sie dienen zugleich der Werterhaltung und damit indirekt auch dem Umweltschutz.