Breite Zustimmung für neue Prüfungsregelungen

Die neuen Prüfungsmethoden und -formen im Elektro- und Metall-
bereich kommen beim Ausbildungspersonal und den Auszubildenden gut
an: das zukunftsweisende Modell der „Gestreckten Abschlussprüfung“
wird voll akzeptiert, ein Zurück zu den „alten“ Prüfungsregelungen
abgelehnt. Eine neu entwickelte Umsetzungshilfe mit praktischen
Anleitungen und Tipps für die neuen Prüfungen in den industriellen
und handwerklichen Elektroberufen wird von der Branche sehr positiv
aufgenommen - die Vorschläge sollen nun auf die industriellen
Metallberufe übertragen werden. Kammern und IG Metall vereinbarten
auf der Basis der Vorschläge der Umsetzungshilfe eine praktische
Erprobung. Schon im März/April 2007 soll ein entsprechender Test
in mehreren Kammerbezirken und mit mehreren industriellen Metall-
und Elektroberufen durchgeführt werden.von Ministerien, Arbeitgeberverbänden, Kammern und Gewerkschaften
diskutierten die neuen Prüfungsmethoden und -formen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hatte den
Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI)
gebeten, mit an der Neuordnung der Elektroberufe beteiligten Sach-
verständigen sowie Experten und Expertinnen aus der Ausbildungs-
und Prüfungspraxis eine Handreichung zur Umsetzung der neuen
Prüfungsregelungen zu erarbeiten. Diese Handreichung, die nun als
Broschüre vorliegt, war Grundlage für die zweitägige Veranstaltung.

Strittig blieb auf der Konferenz die Überführung der „Gestreckten
Abschlussprüfung“, die befristet bis zum 31. Juli 2007 erprobt
wird, in die Regelform. Während ZVEI und IG Metall für eine
schnelle und unveränderte Überführung plädierten, schlugen der
DIHK und das Handwerk eine weitere Verlängerung des Erprobungs-
zeitraums vor. Zur Begründung hieß es, man wolle weitere Er-
fahrungen mit der neuen Prüfungsregelung sammeln, um gegebenen-
falls noch Veränderungen im Detail vornehmen zu können.

Die Elektroberufe wurden 2003, die Metallberufe 2004 neu geordnet.
Herzstück der neuen Ausbildungsstruktur und ihrer Inhalte ist die
konsequente Orientierung an Arbeits- und Geschäftsprozessen. Die
aus diesem Grund aktualisierten Prüfungsregelungen in den Aus-
bildungsordnungen enthalten wichtige Neuerungen, zum Beispiel:

- Die „Gestreckte Abschlussprüfung“
Die für die Bewertung des Abschlussergebnisses nicht maßgebliche
Zwischenprüfung entfällt. Stattdessen wird eine Abschlussprüfung
in zwei Teilen („gestreckt“) durchgeführt. Teil 1 der Prüfung
findet vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und fließt
zu 40 % in die Endnote ein. Teil 2 wird - wie bisher - zum Ende
der Ausbildungszeit abgenommen. Rund 250.000 Auszubildende im
Metall- und Elektrobereich werden in den nächsten drei Jahren
diese Form der Prüfung durchlaufen, die eine Abkehr von der
bislang üblichen Form der punktuellen Leistungsfeststellung
bedeutet.

- Handlungsorientierte Prüfungen
In allen Prüfungsbereichen werden künftig berufstypische Arbeits-
aufträge beschrieben. Damit soll erreicht werden, dass bei den
konkreten Aufgabenstellungen als Prüfungsleistung betriebsübliche
ganzheitliche Arbeitshandlungen abgefragt werden und nicht
fragmentierte Fertigkeiten und isolierte Kenntnisse.

- Kompetenzorientierte Bewertungen
Bei den Prüfungsanforderungen werden die Kompetenzen in den
Mittelpunkt gestellt, die die Prüflinge nachweisen sollen. Zur
Bewertung sind durch den Prüfungsausschuss gegebenenfalls mehrere
Prüfungsinstrumente (z. B. Arbeitsergebnisse, schriftliche
Aufgaben, Beobachtungen, Fachgespräche) einzusetzen. Damit ent-
fallen hier die bisherigen schriftlichen und praktischen
Prüfungen.

- Prozessrelevante Qualifikationen
Mit der Prüfung prozessrelevanter Qualifikationen in einem der
insgesamt fünf Prüfungsbereiche soll die Befähigung des Prüflings
zur Organisation von Arbeitsprozessen bewertet werden. Der Aus-
bildungsbetrieb kann zur Feststellung dieser Qualifikationen
zwischen einer bundesweit einheitlichen „praktischen Aufgabe“
oder einem „betrieblichen Auftrag“ mit realem Kundenbezug wählen.

Eine Online-Dokumentation der Fachtagung „Neue Qualifikationen -
Neue Prüfungen im Metall- und Elektrobereich“ finden Sie im
Internetangebot des BIBB unter http://www.bibb.de/de/28596.htm

Die Broschüre (plus CD-ROM) mit praktischen Tipps und Anleitungen
zur Umsetzung der neuen Prüfungsmethoden und -formen kann kostenlos
bestellt oder heruntergeladen werden unter
www.bmbf.de/publikationen/2711.php

Inhaltliche Auskünfte im BIBB erteilt:
Hans Borch, Tel.: 0228 / 107-2625; Fax: 0228 / 107-2993;
E-Mail: borch@bibb.de

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