Grobspanplatten auch OSB-Platten genannt

OSB-Platten, sogenannte Grobspanplatten bestehen aus mehreren Schichten von langen, schlanken Spänen, die miteinander verleimt werden. OSB heißt wörtlich übersetzt: "oriented strand board".

Die Späne werden im Wurfverfahren längs und quer verteilt, um sie mit ausreichend Klebstoff benetzen zu können. Dabei ist es wichtig, dass nicht zuviel Feuchtigkeit vorhanden ist, da sonst die Platten platzen würden. Durch die langen, schmalen Späne haben Grobspanplatten eine wesentlich höhere Biegefestigkeit als normale Spanplatten. Verwendet werden die OSB-Platten meist beim Rohbau, Innenausbau und auch für Möbel oder Verpackungen, wie große Transportkisten. Die in den USA hergestellten Grobspanplatten werden dort am häufigsten für den Wohnungsbau verwendet, da sie vergleichsweise günstig und trotzdem langlebig und stabil sind. Vor nicht allzu langer Zeit galt dieses Material in Deutschland noch als billig und Abfallprodukt. Dass die Späne tatsächlich als Abfall anderer Produkte anfallen, lässt sich nicht bestreiten, doch in Zeiten der Ressourcenverknappung ist eine restlose Verwertung von Baustoffen sicherlich ein nicht außer Acht zu lassender positiver Aspekt. Wer mit Grobspanplatten bauen möchte, sollte sich vorab über die verschiedenen Typen und vor allem deren Festigkeit informieren. Als Fußbodenbelag eignen sich nur bestimmte Grobspanplatten und wer zu falschen greift, wird nicht lange Freude an den unregelmäßig ausgetrockneten Stellen des Bodens haben. Im Möbelbau finden Grobspanplatten vor allem als stabile, nicht sichtbare Unterkonstruktion Verwendung, meist bei Polstermöbeln oder mit Furnier beschichteten Schränken und Tischen.

Galt früher, dass Grobspanplatten nur im Trockenbau Sinn machen, so gibt es heute auch Typen, die in feuchten Bereichen ihre Belastbarkeit nicht verlieren. Als Untergrund für Terrassen oder Balkone eignen sich diese Grobspanplatten genauso wie als Grundstoff für die Decken und Wandverschalungen beim Hausbau, wodurch die Kosten erheblich gesenkt werden können – im Vergleich zum teureren Baustoff Leimholz-Fichte. Grobspanplatten gibt es auch mit Nut und Feder als leicht zu verlegenden Fußboden. Da man diesen Baustoff auch lasieren kann, ist er auch farblich durchaus an persönliche Wünsche anpassbar. Auch durch das Beizen kann man die etwas bunt wirkende Oberfläche weniger kontrastreich erscheinen lassen. Allerdings muss vorher der Klarlack, mit dem die Platten immer versiegelt sind, abgeschliffen werden. Das Verbinden der Grobspanplatten ist mit Spanplattenschrauben, sogenannten Spaxschrauben eine sichere und einfache Angelegenheit. Vor dem Verbinden sollte man allerdings Löcher vorbohren, um ein Spalten des Materials zu verhindern. Da Grobspanplatten günstig in jedem Baumarkt erhältlich sind und auch oft gleich auf das gewünschte Maß zugeschnitten werden können, kann jeder Hobby-Handwerker getrost zu diesem günstigen Baustoff greifen und eigene Wohnträume wahr werden lassen.