Kalkstein und dessen Einsatzbereiche

Es gibt viele verschiedene Kalksteintypen, da die Zusammensetzung sehr variieren kann.

Überwiegend bestehen Sedimentgesteine, so nennt man Kalkstein, aus Kalziumkarbonat in Form von Mineralien namens Kalzit und Aragonit. Kalkstein entsteht durch biogene Ablagerung, also durch Lebewesen. Der größte Teil des Vorkommens wurde ursprünglich im (Flach)-Meer gebildet und durch die Verschiebung der tektonischen Platten über den Meeresspiegel gehoben. Die Farbe des Kalksteins variiert von hellgrau über gelb bis hin zu kräftigen Rottönen, die bei Eisenverbindungen entstehen. In einem Kalkwerk wird Kalkstein über Tage in Steinbrüchen abgebaut und anschließend im Kalkofen gebrannt. Bei diesem Veredelungsverfahren wird das Kalziumkarbonat in Kalziumoxid umgewandelt. Dieser Branntkalk wird in der Bauindustrie unter anderem durch Zugabe von Wasser als Sumpfkalk zur Herstellung von Wandfarben benützt.


Durch die unterschiedlichen Zusammensetzungen eignen sich dichtere Kalksteine vor allem als leicht zu verarbeitende Naturbausteine. Die Industrie mahlt und vermischt diesen Baustoff und brennt daraus Zement, der als Bindemittel für Beton gebraucht wird. In allen Teilen der Welt gibt es Kalksteinvorkommen. In Deutschland wird aus dem oberen Gebiet des Treuchtlinger Raums der sogenannte Jurakalk abgebaut. Früher wurden daraus eckige Blöcke gewonnen, die als Grundbaustoff für Häuser und Burgen dienten. Als man den Stein glatt polieren konnte, wurde er auch für Säulen und im Innenbereich von Kirchen verwendet. Auch Bildhauer benutzten diesen Kalkstein und schufen daraus Figuren oder Reliefs.
Im Industriezeitalter wurde Kalkstein auch als Baustoff für die Innenausstattung von Wohnhäusern erschwinglich und dadurch beliebt. In der Nachkriegszeit war Kalkstein das gängige Material für Fensterbänke und ist vielen noch in guter Erinnerung. Heute wird Kalkstein gerne als Belag für Fußbodenheizungen verwendet, da durch den geringen Tongehalt ein "Zerbröseln" durch Temperaturunterschiede und der damit bedingten wechselnden Feuchte vermieden wird. Andere Kalksteinarten wie der Adneter Marmor, der im petrologischen Sinne kein Marmor ist, wird wegen seiner unterschiedlichen Farbgebungen gerne als Denkmalgestein genommen. Der Name Adneter Marmor ergibt aus dem Vorkommensgebiet im Salzburger Land, einer Gemeinde namens Adnet.


Besondere Kalkgesteinarten kommen häufig regional begrenzt vor und wurden in den Abbaugebieten daher schon vor der Industrialisierung als Baustoff verwendet. Der lockere und poröse Elm-Kalkstein wurde für die Grotten im Barockgarten des Schlosses Salzdahlum verbaut, da er leicht zu brechen und im feuchten Zustand einfach zu bearbeiten ist. Es gibt heute noch gut erhaltene Gebäude aus dem 11. Jahrhundert, bei denen Elm-Kalkstein als Baustoff eine Rolle spielte. Durch die technischen Möglichkeiten der heutigen Zeit findet der Naturbaustein vielerlei Anwendungsmöglichkeiten.