Schiefer

Aus geologischer Sicht ist Schiefer eine Gruppe metamorpher Gesteine.

Beispielbild einer Schieferdachflläche hier mit einem Musterbild in der Schieferfläche zum Optischen aufhellenIn Deutschland in Schiefer vor rund 350 bis 400 Millionen Jahren entstanden. Damals lagerten sich feinstkörnige Tonschlamm-Massen ab. Der Auflagerungsdruck bewirkte eine Verfestigung zu Tonstein. Als sich später die Gebirge bildeten, kam es unter Einwirkung der Plattenverschiebung zur Zerscherung der Tongesteine. Sie dehnten sich und kristallierten, das Tongestein erhielt ein weiteres Strukturelement, nämlich die Schieferung.

Schiefer wird in Deutschland noch immer im Hunsrück, im Bergwerk Lotharheil in Bayern, in der Nähe von Bad Fredeburg im Hochsauerland, im zwei Thüringer Bergwerken und bei Eifel abgebaut. Schiefervorkommen gibt es außerdem in Spanien, Frankreich, Portugal, Großbritannien, Belgien, Luxemburg, Österreich, Italien, Tschechien, in Nordamerika, Südamerika, Südadfrika, China, Japan, Indien und Sibirien.

Moderne Abbautechniken erleichtern die Gewinnung des Schiefers. Man sägt den Schiefer mit einer Diamantsäge in präzise Raster und löst den Schiefer anschließend Block für Block aus dem Berg. Mit Hilfe von Radladern wird Untertage verladen, dann befördert man den Schiefer mit der Bergwerks-Bahn bis zum Förderschacht, von wo aus er mit Loren Übertage und in die Fabriken gelangt.

In der Zeit des Mittelalters bis hinein ins 20. Jahrhundert fertigte man aus Tonschiefer Tafeln und Griffe, auf denen geschrieben werden konnte. Diese wurden später jedoch von der industriellen Papierherstellung verdrängt. Ab Ende des 19. Jahrhundert hatte Steinach in Thüringen das Weltmonopol bei der Schiefertafelfertigung inne. Heute wird Schiefer hauptsächlich im Bauwesen eingesetzt. Mit dunklem Tonschiefer deckt man Dächer, Fassaden und Giebel ab. So werden diese gleichzeitig vor der Witterung geschützt und dekorativ gestaltet. Oft trifft man bei Fachwerkhäusern  auf Schiefer.