Dacheindeckung der "Sälzerhalle"

Dacheindeckung der "Sälzerhalle"

Salzkotten: Schmuckstück mit neuem Dach

Großflächenziegel und Eigenhilfe sorgen für kostengünstige Stadthallen-Erneuerung

Hallendächer werden aus Kostengründen immer noch überwiegend mit plattenartigen Werkstoffen eingedeckt. Mittlerweile gibt es mit Großflächenziegeln jedoch preisgünstige keramische Alternativen. Eine davon - Nibra DS 5 - nutzten die Mitglieder des "Hallenbauvereins Salzkotten" jetzt zur Eindeckung ihrer Stadthalle. In einer Gemeinschaftsaktion der örtlichen Dachdecker mit den Schützen der westfälischen Kleinstadt entstand ein besonders kostengünstiges Dach. Eigenarbeit zahlt sich aus - besonders beim Bauen. Die Mitglieder der St. Johannes Schützenbruderschaft Salzkotten planten für den Umbau der Stadthalle Eigenleistung ein. Schon vor 28 Jahren wurde die alte Stadthalle von Vereinsmitgliedern größtenteils in Eigenarbeit errichtet. Die Gemeinde hatte dem Verein das Grundstück in Erbbaupacht zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug verpflichtete sich die Schützenbruderschaft, eine Halle mit Kulturzentrum zu errichten und sie als Generalmieter auch anderen Vereinen zu vermieten. Trotz zahlreicher Renovierungen entsprach die Halle jetzt nicht mehr den Erfordernissen eines zeitgemäßen Veranstaltungsortes: Die Belüftung war unzureichend und durch die unzureichende Wärmedämmung von Fassade und Dach entstanden hohe Heizkosten. Problematisch war insbesondere die Dachkonstruktion mit ihren nach innen geneigten Pultdächern. Das Wellmaterial war undicht.

Nach dem Motto "Wenn schon, denn schon" schlug Rudolf Keuper, Initiator und Vorsitzender des Hallenbauvereins, eine völlige Umgestaltung vor. Statt der einstigen Pultdach-Konstruktion wurden flach geneigte Walmdächer mit Dachreitern auf dem Hallenschiff und den Anbauten geplant. Lichtbänder sollten für mehr natürliches Licht sorgen.

Wirtschaftlich: Material, Gewicht, Verlegezeit

Wegen des eng bemessenen Kostenrahmens war ein Deckungsmaterial gefragt, das die Ausführung zu einem wirtschaftlich vertretbaren Preis ermöglichte. Hier spielte neben zügiger Verlegung das Gewicht der Eindeckung eine entscheidende Rolle. Denn das Tragwerk sollte nicht zu teuer werden - im Gegenteil: Der Wiedereinbau einiger Holzleimbinder aus der abgerissenen alten Dachkonstruktion war gewünscht.

Der Großflächen-Tondachziegel Nibra DS 5 von Nelskamp wurde zur optimalen Lösung. Bei einem Flächengewicht von nur 32,5 kg/m² entlastet er die neu konzipierte Dachtragkonstruktion im Vergleich zu einer kleinformatigen keramischen Eindeckung um etwa 15 Kilogramm pro Quadratmeter Dachfläche.

Dachkonstruktion aus Fertigteilelementen

Wesentliches Ziel war auch die schnelle und unkomplizierte Dachausführung: Eine selbsttragende gedämmte Riegelplattenkonstruktion aus Fertigteilelementen auf Holzleimbindern. Die 20 Zentimeter dicke Vollsparrendämmung der wärmedämmenden Elemente sowie raumseitige OSB-Holzfaserplatten (1,8 cm) und deckungsseitige DWD-Holzfaserplatten (1,8 cm) stellen den Wärmeschutz des Daches sicher.

Aufgrund der geringen Dachneigung der neuen Walmdächer (16 Grad) war ein regensicheres Unterdach erforderlich. Da die regensichere Regeldachneigung des Nibra DS 5 von 22 Grad nur geringfügig unterschritten wurde, reichte eine verschweißte Unterspannbahn zur Gewährleistung aus.

Professionelle Baubetreuung

Die federführende Bauleitung und Detailplanung übernahm ein Mitglied des Hallenbauvereins, Dipl.-Ing. Architekt Werner Niggemeier. Seine Firma sorgte für die Einhaltung der Terminplanung und der bautechnischen Normen.

Die Verlegung erfolgte durch Vereinsmitglieder, angeleitet von mehreren örtlichen Dachdeckerfirmen. "Dass die Verlegung durch "Laien" trotzdem vollkommen unproblematisch verlief, zeigt die hohe Verarbeitungsfreundlichkeit des Ziegelmodells", stellt Architekt Niggemeier fest. Denn der Nibra DS 5 erwies sich bei der Verlegung trotz seiner Größe als relativ handlich. Sein Verschiebefalz erlaubte zudem den Ausgleich kleinerer Ungenauigkeiten bei der Traglattung. Durch das große Format reduzierte sich auch der Zeitaufwand für Zuschnittarbeiten bei den Flächenübergängen. Die Zahl der Geschnittenen Ziegel verringerte sich um rund ein Drittel und die Ziegelecken fielen größer aus als bei Kleinformaten, waren dadurch leichter anzudecken. Wie bei praktisch allen Ziegeln sorgten Formziegel aus dem Zubehörprogramm des Nibra DS 5 - z.B. First- und Ortgangziegel - für die einfache Eindeckung von Dachdetails.

3.100 Quadratmeter Dachfläche

Insgesamt wurden rund 3.100 Quadratmeter Dachfläche mit dem großformatigen Ziegel eingedeckt. Im Frühsommer konnten die Salzkottener das fertige Dach besichtigen. Ihre Meinung zu Dachgestaltung und zum gewählten Deckwerkstoff war durchweg positiv. Der warme Farbton der rotbraun engobierten Großflächenziegel und die gleichmäßige Strukturierung der Dachflächen wurden besonders gelobt.

Der gesamte Umbau der in "Sälzerhalle" umbenannten Stadthalle kostete rund 1,6 Millionen Euro. Dieses umfasste neben dem neuen Dach u.a. die Installation einer mechanischen Lüftungsanlage und viele weitere Sanierungsmaßnahmen am und im Gebäude. Es waren vor allem die vielen freiwilligen Helfer, die zur kostengünstigen Realisierung beitrugen. 23.000 unentgeltliche Arbeitsstunden sparten rund 260.000 Euro.

Bautafel

Objektadresse: Upsprunger Str. 1, Salzkotten
Bauherr: Hallenbauverein e. V., vertreten durch Rudolf Keuper, Salzkotten
Entwurf: Rudolf Keuper, Holzbau Keuper, Salzkotten
Bauplanung und Bauleitung: Dipl.-Ing. Architekt Werner Niggemeier, Accent GmbH u. Co KG a. A., Salzkotten
Quadratmeter einzudeckende Dachfläche: rd. 3.100 Quadratmeter
Dachdeckung: Großflächen-Tondachziegel Nibra DS 5, rotbraun engobiert
Dachziegelhersteller: Dachziegelwerke Nelskamp, Werk Nibra, Groß-Ammersleben
Technische Beratung: Helmut Diewald, Dachziegelwerke Nelskamp, Versmold
Gesamtbaukosten: 1,56 Millionen Euro

Wie eine fernöstliche Pagode wirkt die Stadthalle von Salzkotten. Sie erhielt beim Umbau flach geneigte Walmdächer mit Dachreitern auf Hallenschiff und Anbauten. Lichtbänder sorgen für viel natürliches Licht.

Rund 3100 Quadratmeter wurden auf der Stadthalle in Salzkotten mit dem Großflächenziegel Nibra DS 5 von Nelskamp neu eingedeckt. Der warme Farbton der engobierten Ziegel und die gleichmäßige Struktur der Dachflächen werten das Gebäude auf.