Dank Artenhilfsprogramm Deutschlands größter Wiesenweihen-Bestand in Bayern

Dank Artenhilfsprogramm Deutschlands größter Wiesenweihen-Bestand in Bayern

+++ Deutschlands größter zusammenhängender Bestand des Greifvogels Wiesenweihe lebt in Bayern. Im unterfränkischen Mainfranken hat sich die Zahl der Brutpaare in den letzten zehn Jahren rund verfünfzigfacht. Mit diesen Worten zog Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf heute in Prosselsheim (Lkr. Kitzingen) eine erfolgreiche Zwischenbilanz des bayerischen Artenhilfsprogramms "Wiesenweihe". Schnappauf: "Die Wiesenweihe ist neben der Kornweihe und dem Schreiadler eine der drei gefährdetsten Greifvogelarten in Deutschland. Durch unser Hilfsprogramm ist es nicht nur gelungen, für die größte deutsche Wiesenweihen-Population Lebensraum zu bieten, sondern auch die Voraussetzungen für den herausragenden Bruterfolg zu schaffen". Dies sei der gemeinsamen Anstrengung von Naturschutzbehörden, Landesbund für Vogelschutz und Landwirtschaft zu verdanken. "Der großartige Erfolg des Artenhilfsprogramms wäre nicht möglich ohne die Unterstützung der vielen ehrenamtlich Tätigen, die hunderte von Arbeitsstunden investieren, um die Wiesenweihen-Brutvorkommen zu betreuen. So können Naturschutz und landwirtschaftliche Nutzung in Einklang gebracht werden", erklärte Schnappauf. +++
Die Wiesenweihe ist ein bodenbrütender Greifvogel. Deshalb besteht die Gefahr, dass die noch nicht ausgeflogenen Jungvögel bei der Getreideernte vom Mähdrescher getötet werden. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Vogelbetreuern wird bis zur Ernte der Horstbereich abgegrenzt und eine Restfläche von ca. 50 x 50 m vom Abernten ausgespart, bis alle Jungvögel ausgeflogen sind. Für den entstehenden Mehraufwand und die Ernteverluste werden die Landwirte entschädigt. Diese Zusammenarbeit verbessert einerseits die Lebensbedingungen der Wiesenweihe erheblich und fördert andererseits ein vertrauensvolles Verhältnis mit der Landwirtschaft, das zu einer hohen Akzeptanz des Artenschutzes in der lokalen Bevölkerung geführt hat. Schnappauf: "Das Miteinander zwischen Naturschutz und Landwirtschaft bietet diesem herrlichen, vom Aussterben bedrohten Greifvogel die Chance in unserer Agrarlandschaft zu überleben".

In allen Roten Listen Mitteleuropas wird die Wiesenweihe als stark gefährdete Vogelart geführt. In Bayern konnten 2004 113 Brutpaare gezählt werden mit 267 ausgeflogenen Jungvögeln. Damit leben in Bayern mehr als ein Drittel aller Wiesenweihen Deutschlands. Für das bisher vom Landesamt für Umweltschutz koordinierte Artenhilfsprogramm "Wiesenweihe" hat seit Anfang dieses Jahres der Landesbund für Vogelschutz die Trägerschaft übernommen. Das Umweltministerium fördert das Programm mit jährlich 50.000 Euro.

Weitere Informationen: http://www.natur.bayern.de

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