Wer ein neues Haus bauen will, hat die Wahl zwischen einem konventionell gebauten Haus, dem sogenannten Massivhaus und einem Fertighaus.
Es gibt einige Argumente, die für ein Fertighaus sprechen.
Gegenüber einem massiv gebauten Haus ist die Bauzeit eines Fertighauses wesentlich kürzer. Sie dauert in der Regel von der Vertragsunterzeichnung bis zum Einzug nicht länger als zehn bis zwölf Wochen. Natürlich ist auch bei einem Fertighaus ein erschlossenes Grundstück Voraussetzung. Wer noch zusätzlich einen Keller bauen möchte, muss diesen separat in Auftrag geben. Das gilt auch dann, wenn statt des Kellers nur eine Bodenplatte gebaut wird.
Hat man sich für ein Fertighaus entschieden, dann werden alle Bauelemente vorgefertigt und direkt an der Baustelle montiert. Im Vorfeld müssen die Bauherren allerdings entscheiden, ob sie ein Ausbauhaus oder eine schlüsselfertige Variante möchten. Bei einem Ausbauhaus sind praktisch nur die Außenwände und das Dach fertig vormontiert, den Innenausbau macht der Bauherr in eigener Regie. Bei einem schlüsselfertigen Haus ist alles fertig. Bei einer sogenannten Bemusterung suchen sich die Kunden die einzelnen Gewerke des Hauses aus, zum Beispiel welches Holz für die Türen infrage kommt, wie die Sanitäranlagen aussehen sollen und ob man lieber Parkett oder Teppichböden haben möchte, auch die Farbe des Daches ist frei wählbar. Manche Fertighausfirmen bieten auch direkt eine Einbauküche zu einem schlüsselfertigen Haus mit an. Diese Art ein Fertighaus zu bauen, ist natürlich sehr bequem, da man sich als Bauherr um nichts mehr kümmern muss. Allerdings ist diese Variante auch erheblich teurer. Wer aber Geld sparen möchte, handwerklich geschickt ist und auch Zeit zur Verfügung hat, wählt ein Ausbauhaus.
Die meisten Hersteller bieten aber auch einen Mittelweg zwischen einem Ausbau- und einem schlüsselfertigen Haus an. So können zum Beispiel die Rohrleitungen für Sanitärinstallation schon in den Wänden verlegt werden und der Bauherr bringt selbst Waschbecken, Toilette und Dusche an, auch bei der Elektroinstallation ist das möglich. Die Firma verlegt die Leitungen bis zu Blindanschlüssen und der Bauherr sorgt selbst für Steckdosen und Lichtschalter.
Die Vorteile eines Fertighauses, neben der kurzen Bauzeit, sind zum einen die bessere Wärmedämmung und zum anderen die bessere Kostenkontrolle. Da die Lohnkosten, die in Deutschland ja eine große Rolle spielen, in diesem Fall sehr niedrig sind, wird das ganze Bauvorhaben kostengünstiger. Ein Nachteil bei einem Fertighaus ist die geringe Flexibilität. In der Regel lassen die Musterhäuser einiger Hersteller keinen Raum mehr für eigene Vorstellungen. Man kauft Fertighäuser meist wie sie auf einer Musterhausaustellung angeboten werden, wobei die Palette der dort angebotenen Objekte allerdings sehr groß ist.


