Das Niedrigenergiehaus

Energie einsparen heißt in den letzten Jahren das Zauberwort, das nicht nur für die Industrie oder Autobranche gilt, sondern auch beim Hausbau.

Darum haben Techniker sehr lange geforscht, um besondere Häuser zu entwickeln, die so viel Energie wie nur irgendwie möglich einsparen. Doch nach dem Wegfall der Wohnungsbau-Prämie waren diese Neuerungen nicht so einfach zu verkaufen. Darum hatten die Politiker die Idee, bei den energiesparenden Materialien, welche den Preis der Immobilie verteuern, dem neuen Besitzer des Eigenheims unter die Arme zu greifen. Somit wurde die KfW, die Kreditanstalt für den Wiederaufbau, damit beauftragt, dem neuen Hausbesitzer, der diese sparsamen Materialien einbaut, mit einer Gutschrift bis zu insgesamt 50.000,– Euro entgegenzukommen.

Dabei muss sich der künftige Besitzer eines Niedrigenergiehauses nicht selbst an die KfW wenden. Sobald der Vertrag für den Bau des energiesparenden Hauses unterschrieben ist, wird durch das ausführende Unternehmen der Antrag auf diese Zuschüsse gestellt, um den künftigen Hausbesitzer zu entlasten. Nun haben die Damen und Herren der Regierung die Energiesparverordnung dermaßen angehoben, dass die künftigen Hausbesitzer per Gesetz zu diesen Sparmaßnahmen gezwungen werden. Dass unter diesen Auflagen gleich der Bau eines Niedrigenergiehauses mit Zuschüssen ins Auge gefasst wird, ist nur allzu verständlich.

So haben sich bereits sehr viele Bauherren für ein KfW 60 Haus entschieden, durch das der Eigenheimbesitzer ungewöhnlich viel Energie einspart, was sich jährlich in seinem Geldbeutel bemerkbar macht. Bei diesem Haustyp darf der jährliche Bedarf an Primärenergie 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter nicht überschreiten. Gleichzeitig muss der auf die gesamte wärmebezogene Fläche entstehende Wärmeverlust (HT-Wert) die in der Energiesparverordnung angesetzten Höchstwerte um mindestens 30 % unterschreiten. Der jährliche Bedarf an primärer Energie (QP-Wert) und der spezifische HT-Wert nach der Energiesparverordnung müssen durch einen Sachverständigen bestätigt und bescheinigt werden.

Der jährliche Bedarf an Primärenergie von 60 Kilowattstunden kann durch mehrere Faktoren erreicht werden. So werden die Außenwände mit besonders dickem Dämmstoff von 40 Zentimeter Stärke gedämmt, und auch die Ziegelwände sind mit einer Dämmung von 36,5 cm bis zu 49,5 cm ausgestattet. Da Dach und die obere Geschossdecke sind ebenfalls sehr dick gegen ein nicht ausgebautes Dachgeschoss gedämmt, ebenso wurde die Kellerdecke besonders gedämmt. Die Fenster haben entweder eine Zwei- oder Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung und wärmedämmende Fensterrahmen zur Vermeidung von Wärmebrücken. Zudem filtern diese Fensterscheiben die einfallenden Sonnenstrahlen und lassen im Endeffekt wirklich nur die Wärme durch. Ebenso wird die Lüftung durch eine Lüftungsanlage kontrolliert, wobei aus der Abluft auch Wärme zurückgewonnen wird. Solch ein energiesparendes KfW 60 Haus ist eine Investition in die Zukunft und hat sich bereits nach wenigen Jahren amortisiert