Der Maurer

Der Beruf des Maurers hat eine sehr lange Tradition die sogar nachweislich bis ins Jahr 79 n. Chr. zurückreicht, wie dies ein besonderes Schild bei Ausgrabungen in Pompeji belegen.

der maurer hier beim mauern einer bims doppelhaus trennwand mit richtschnur und moertel.jpgSeither hat sich das Bild dieses Berufsstandes nicht besonders viel verändert, nur mit dem Unterschied, dass bei den heutigen Bauarbeiten an Häusern nur die jeweils unterste Steinreihe in Mörtel eingebettet wird. Die darauf folgenden Steine sind mit Nut und Feder ausgestattet und halten sich gegenseitig selber. Besonders nach den jeweiligen Kriegsjahren zählten die Maurer zu den gefragtesten Leuten, da die meisten Häuser beschädigt waren.

Bei besonders großen Schäden an großen und kulturellen Bauwerken verrichten nicht nur die Restauratoren ihre Arbeit, sondern hier werden ebenfalls die Männer dieses Berufsstandes mit in die Arbeiten herangezogen. In den Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders waren so viele Maurer auf der sogenannten Walz, einer über drei Jahre andauernden Wanderung als frischgebackene Gesellen quer durch Deutschland. Die einzigen Utensilien, welche diese Wanderburschen mitnehmen durften, waren ein besonders geschnitzter Wanderstab und die notwendigen Artikel für die körperliche Hygiene. In den jeweiligen Orten, die sie erreichten, meldeten sie sich auf dem Rathaus, um erstens einen Eintrag in ihre Wanderbücher zu bekommen, und zweitens bekamen sie dort auch Informationen über mögliche Baustellen, auf denen sie arbeiten durften.

Einige dieser Wandergesellen blieben auch über die geforderte Zeit von drei Jahren unterwegs und boten ihre Dienste überall auf allen möglichen Baustellen an. Die längste jemals nachgewiesene Wanderschaft eines solchen Gesellen dauerte 17 Jahre. Danach wurde auch dieser Geselle des Wanderns müde und wurde sesshaft. Ob er allerdings in seiner Heimat, von wo er ausgezogen war, seine Heimat gefunden hat, wurde leider nicht erwähnt. Heute sieht man leider nur noch in ländlichen Gegenden ganz wenige Gesellen der verschiedenen Berufsstände.

Die Ausbildungszeit eines Maurers dauert drei Jahre. Hier lernt der angehende Geselle nicht nur das richtige Mauern mit Steinen und aus Stahlbeton gefertigten Bauteilen, sondern auch noch die Putz-, Estrich- und Gerüstbauarbeiten, denn auf den Baustellen sind die Maurer auch für das Aufstellen des Baugerüstes zuständig. Nach zwei Ausbildungsjahren darf der Lehrling den Titel Hochbaufacharbeiter führen. Im dritten Ausbildungsjahr erwirbt der Maurerlehrling auch noch Kenntnisse im Fliesenlegen und für Zimmererarbeiten. Im schulischen Bereich lernt der angehende Geselle zunächst alles über die Baustoffkunde, Wärmedämmung und den Schutz vor Eindringen von Feuchtigkeit. Einen ganz wichtigen Teil nimmt das Thema Sicherheit in Anspruch, womit nicht nur die baulichen Vorschriften gemeint sind, sondern in erster Linie auch der Schutz der eigenen Sicherheit.