Der neue Energieausweis 2008:

Mehr Durchblick für Käufer!

Gebrauchtimmobilien gefragt / Energieausweis sorgt für Transparenz / Gezielt modernisieren

Neu bauen oder kaufen? Zugunsten der gebrauchten eigenen vier Wände entscheidet oft der Preisvorteil. Doch dieser ist schnell dahin, wenn sich das eigene Heim als „Energieschleuder“ entpuppt. Sicherheit bietet der neue Gebäudeenergieausweis. Dieser soll auf Beschluss der Bundesregierung nun im nächsten Jahr schrittweise eingeführt werden. Dadurch wird für Käufer und Mieter die Energiebilanz des Wunschobjektes transparent. „Käufer können vor der Unterzeichnung des Vertrags genau hinsehen und Folgekosten für Modernisierungen besser abschätzen“, so die Experten der Landesbausparkassen (LBS).Beim Wohneigentum entscheiden sich viele Menschen für ein gebrauchtes Haus. Jedoch sind rund 80 Prozent der Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland älter als 20 Jahre und müssen modernisiert oder sogar saniert werden.

Nach dem Beschluss der Bundesregierung soll ab 2008 für alle Wohngebäude eine Energieausweis-Pflicht bestehen. Auch Eigentümer älterer Immobilien müssen Mietern und Käufern dann schwarz auf weiß belegen, wie es um die Energiebilanz bestellt ist. Für neue Gebäude ist der Energiebedarfsausweis bereits seit Februar 2002 Pflicht.

Welcher Ausweis für welches Haus?

Der neue Energieausweis wird nur für ganze Gebäude ausgestellt nicht für einzelne Wohnungen. Je nach Baujahr gibt es zwei Varianten, die auch Modernisierungsempfehlungen enthalten können:

· Beim „bedarfsorientierten Ausweis“ wird der rechnerische Energiebedarf anhand des Gebäudezustands ermittelt. Ob Dämmung, Heizung oder Fenster Schwachstellen werden so erkennbar. Ab 2008 ist der Bedarfsausweis für alle vor 1977 errichteten Wohngebäude vorzulegen. Außerdem gilt die Ausweispflicht für alle Häuser mit bis zu vier Wohneinheiten unabhängig vom Baujahr.

· Der „verbrauchsorientierte Ausweis“ hält den tatsächlichen Energieverbrauch fest. Dabei hat das Nutzerverhalten entscheidenden Einfluss. Während die einen bei 20 Grad noch frieren, geraten andere bereits ins Schwitzen. Ab Juli 2008 ist der verbrauchsorientierte Ausweis für Häuser ab Baujahr 1977, die mehr als vier Wohnungen beherbergen, zulässig.

Tipp der LBS: Wer bei der Modernisierung staatliche Fördermittel in Anspruch nehmen möchte, muss grundsätzlich den bedarfsorientierten Ausweis vorlegen.

Mit dem Energieausweis sind auch Kosten verbunden. Dazu Peter Burk, Experte vom Institut Bauen und Wohnen: „Für den Bedarfsausweis ist eine Vor-Ort-Begehung nötig. Eigentümer müssen daher mit einem Preis zwischen 250 und 450 Euro rechnen. Diese entfällt beim Verbrauchsausweis hier dürfen bereits 30 bis 50 Euro als realistisch gelten.“

Energieausweise können von Architekten, Ingenieuren, Technikern und Handwerkern ausgestellt werden. Eine Liste mit qualifizierten Energieberatern erhalten Eigentümer beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (www.bafa.de) und der Deutschen Energie-Agentur GmbH (www.dena.de).

Gezielt modernisieren

Ob Bungalow aus den 60ern oder Siedlungshaus der 70er-Jahre beim Kauf kommt es darauf an, die notwendigen Modernisierungen möglichst exakt zu kalkulieren. Aufschluss über das Sparpotenzial gibt eine farbige Darstellung im Energieausweis. „Zeigt die Grafik ‚rot‘, sollten die vorgeschlagenen Maßnahmen schnell umgesetzt werden“, empfehlen die Experten der LBS. Für Modernisierungen kann ein Bausparvertrag eingesetzt werden. Der Vorteil: Die günstigen Darlehenszinsen werden bereits bei Vertragsabschluss festgelegt und ändern sich bis zur vollständigen Rückzahlung nicht.

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Bild-Hinweis:

Abbildung: dena / BMVBS

Bildunterschrift: Der bedarfsorientierte Ausweis ermittelt das Energiesparpotenzial anhand des Gebäudezustands und enthält konkrete Modernisierungsvorschläge.