Der Schiefer

Begriff
Schiefer lautet der geologische Begriff für ein bestimmtes Sedimentgestein aus verschiedenen parallel angelegten Schichten. Nach dem Abbau der großen Schieferstücke kann das Gestein wieder in die einzelnen Schichten zerlegt werden. Schiefer entstand hier in Deutschland ungefähr vor dreihundert bis vierhundert Millionen Jahren durch bestimmte Ablagerungen von verschiedenen Schichten des Tonschlamms, welche sich aufgrund des von den oberen Massen einwirkenden Drucks in Tonstein umwandelten. Als sich in späteren Zeiten die Gebirgsmassen gebildet hatten, wurden die bis dahin gefestigten Massen des Tonsteins aufgeschert. Die entstandenen Kristalle der Minerale zeichneten auf diesen neu entstandenen Platten des Tonsteins eine unverwechselbare Maserung auf, woraus sich der Schiefer entwickelte.

Gewinnung
Das Verfahren zum Abbau und der Gewinnung des Schiefers ist sehr kompliziert, da der Abbau nur unter Tage vollzogen werden kann. Durch die Evolution im Laufe der Millionen Jahre hat sich die Struktur des Bodens so verändert, dass in einigen Regionen die Formationen der Tonsteine sichtbar sind. Trotzdem kann der Schiefer jedoch nur unter Tage abgebaut werden. Dafür müssen kostspielige Kernbohrungen durchgeführt werden, denn das Mineral Schiefer wird immer seltener. Bei diesen Bohrungen kann allerdings nur durch Geologen ausgewertet werden, ob in der Region Schiefer vorhanden ist. Dafür muss ein ausgeklügeltes Stollensystem entworfen und anschließend gebaut werden. Aber anders als beim normalen Bergbau muss erst durch erfahrene Leute festgestellt werden, wie groß die Belastbarkeit und Spaltfähigkeit des Gesteins ist. Falls das Gestein brüchig ist, kann es zur Schiefergewinnung nicht verwendet werden, sondern nur als Schieferstaub, welcher oft auf die noch warmen Rollen Dachpappe aufgetragen wird. Ist das Gestein gut spaltbar und entwickelt es auch eine gute Lochfestigkeit, so kann mit dem Abbau des Schiefers begonnen werden.

Abbau
Die Arbeiter im Bergbau müssen manchmal kilometerlange Wege zurücklegen, ehe sie an die großen Schieferfelder herankommen. Dank modernster Maschinen werden mit Diamantsägen große Blöcke aus dem Gestein geschnitten. Hierbei muss der Bergmann aber immer darauf achten, dass das Gestein nicht zu schnell bricht. Je größer die einzelnen Schieferblöcke sind, umso besser und leichter lassen sich die Blöcke bearbeiten. Der Transport der großen Blöcke erfolgt mittels Radladern bis zu den großen Loren, welche die Blöcke über Aufzüge ans Tageslicht bringen. Anschließend werden die Schieferplatten in die gewünschte Größe geschnitten. In Deutschland gibt es derzeit noch sechs aktive Gebiete zum Abbau des Schiefers, die dem Schiefer auch ihren Namen geben. Denn nur wenn der Schiefer auch in der Region abgebaut und bearbeitet wird, darf er auch den Namen der Region tragen. Die beiden noch aktiven Abbaugebiete an der Mosel sind derzeit die ertragreichsten.