Deutsches Historisches Museum, Berlin: Hohe Ästhetik und hoher Brandschutz
Das neue Museum bietet nicht nur Höhepunkte in gestalterischer, sondern auch brandschutztechnischer Hinsicht. Die Erschließung der Geschosse erfolgt über eine Knauf-Entwicklung, einer 11 m hohen, gebogenen Brandschutzwand.
Optisch spektakulär ist das gläserne Treppenhaus des Neubaus von I. M. Pei und zum Wahrzeichen des Deutschen Historischen Museums geworden. Doch auch die Wendeltreppe im Inneren, die die Ausstellungsebenen miteinander verbindet, ist ein technisches Superlativ. Sie liegt in der Spitze des Gebäudes und ist von einer Trockenbauwand eingehüllt. Knauf-Techniker erarbeiteten eine Lösung in Trockenbauweise, die sie der Materialprüfanstalt Braunschweig zur Prüfung vorlegten. Bei der Wandkonstruktion handelt es sich um eine ca. 11 m hohe, gebogene Treppenhauswand mit einem äußeren Radius von ca. 3 m, die aus einer tragenden Stahlunterkonstruktion besteht, die im Knauf-System bekleidet wird. Bei einseitiger Brandbeanspruchung wird F90 erreicht.
Die Treppe steht auf einer eigenen statisch unabhängigen Unterkonstruktion. Dazu sind in Abständen von ca. 1 m im Kreisbogen angeordnete jeweils 11 m lange Stahlstützen "HEA 100" vorhanden, die im Bereich der Fuß- und Kopfpunkte an Massivbauteilen angeschlossen sind. In den Drittelpunkten (Wandhöhe) 3,6 m werden an den Stahlstützen auf jeder Wandseite horizontal Flachstähle angeordnet, auf denen die max. 3,6 m langen UA_ bzw. CW 50 Stahlprofile abgestellt werden. An den Gurten der Stützen werden jeweils ein miteinander verbundenes UA 50 Stahlprofil und ein CW 50-Profil, die in Abständen von ca. 300 mm mit Bohrschrauben verschraubt sind, einseitig mit Caddy-Klammern befestigt. Mittig in einem lichten Abstand zwischen den Stahlstützen werden auf jeder Wandseite mit 12,5 mm Feuerschutzstreifen hinterlegte und "Rücken an Rücken" mit Schnellbauschrauben verschraubte ca. 3,6 m lange CW 50 Stahlprofile angeordnet. Zwischen den Profilen jeder Wandschale ist eine 40 mm dicke Mineralwolledämmschicht angeordnet. Die Wand wird zum Aussendradius hin auf der Treppenhausseite mit drei Lagen 12,5 mm dicken Knauf Feuerschutzplatte bekleidet. Auf der Wandaußenseite erfolgt eine Wandbekleidung mit zwei Lagen GKF-Platten.
Die mit technischer Kreativität entstandene Konstruktion spielt eine wichtige Rolle im Gesamtkonzept. Über das Treppenhaus werden die Ausstellungsebenen verbunden.
Entwurf: Architekt Ieoh Ming Pei, New York
Bauausführung: Trockenbau München GmbH, München
Fachberatung: Knauf Gips KG, Iphofen
Bild 1: Das gläserne Treppenhaus des Neuen Deutschen Historischen Museums ist zum Wahrzeichen geworden.
Bild 2: Ästhetische Treppenhauslösung. Die Brandschutzanforderung F 90 wird durch einen mehrlagig mit Knauf-Feuerschutzplatten beplankten Wandaufbau sicher gestellt.
Fotos Knauf/Andi Albert
Bild 3: Horizontalschnitt durch die Treppenhauskonstruktion
Zeichnung: Knauf


