Deutschland braucht Farbe

Deutschland braucht Farbe

Am auffälligsten macht sich das Phänomen in den vielen Neubaugebieten bemerkbar: In Deutschland wird unbunt gebaut. Auch die so genannte Metropolenarchitektur der Großstädte bietet zwar viel Avantgardistisches, aber wenig Farbe.„Früher“ und das ist schon lange her konnte man unterwegs nicht nur am Stil der Häuser, sondern auch an ihrer charakteristischen Farbigkeit erkennen, in welcher Gegend man sich gerade befand. Heute stehen von Flensburg bis Berchtesgaden die gleichen Häuser, und sie sind größtenteils weiß verputzt sowie mit roter Pfanne gedeckt. Austauschbare Beliebigkeit. Wie mit Farbe die Formen und Proportionen eines Hauses hervorgehoben und auch individuelle Akzente gesetzt werden können, die sowohl zum nachbarschaftlichen Umfeld als auch zur Landschaft ringsum passen, ist anscheinend in Vergessenheit geraten.

Dass Bauherren oder Eigenheimbesitzer in einzelnen Fällen durchaus ein wenig „Mut zur Farbe“ aufbringen, ändert nichts Grundsätzliches an der weißen Eintönigkeit des Gesamteindrucks deutscher Wohngebiete.

Dabei wäre es so einfach und das gilt für Neubauten wie für Renovierungen im Bestand: Schon mit geringen Mitteln lassen sich so wohltuende Wirkungen erzielen, wie bei den dezent getönten und harmonisch aufeinander abgestimmten Fassaden der Häuser auf dem Foto.

Was man wissen muss, um der weißen Tristesse unserer Städte und Dörfer entgegenzuwirken, ist in einer 56-seitigen, reich illustrierten Broschüre zusammengefasst, die das Deutsche Lackinstitut (Frankfurt am Main) jetzt herausgegeben hat: „Ratgeber Farbe: Farbe und Fassaden“. Sie informiert nicht nur über die komplexen Zusammenhänge von Architektur und Farbigkeit, sondern auch über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Untergründen und Beschichtungen. Die Broschüre ist kostenlos erhältlich unter www.lacke-und-farben.de, Stichwort „Publikationen“.