DGB fordert Strategiewechsel für Beschäftigung mit Perspektive

DGB fordert Strategiewechsel für Beschäftigung mit Perspektive

31.01.2006 - Zur Entwicklung am Arbeitsmarkt im Januar erklärte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer am Dienstag in Berlin:
Die bedrückende Situation auf dem Arbeitsmarkt, die demographische Entwicklung und der drohende Fachkräftemangel erfordern einen Strategiewechsel: Statt kurzatmiger und perspektivloser Vermittlungsversuche über Ein-Euro- oder Mini-Jobs müssen langfristig sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies gilt sowohl für den ersten Arbeitsmarkt, als auch für den zweiten, dessen Notwendigkeit alternativlos ist.

Die knapp 600.000 Ein-Euro-Jobs haben 2005 die Integration in den Arbeitsmarkt nicht verbessern können, sondern eher reguläre Arbeitsplätze verdrängt. Erforderlich sind dagegen Beschäftigungsmöglichkeiten, die eine berufliche Perspektive, ausreichende Sicherheit und anständige Arbeitsbedingungen bieten. Die Arbeitsgemeinschaften und optierenden Kommunen sind deshalb aufgefordert, die Fördermittel auszuschöpfen und vorrangig für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsprojekte einzusetzen.

Davon sollten insbesondere Ältere profitieren. Sie werden zunehmend aus den Betrieben gedrängt und haben kaum noch Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt. Allein gegenüber Dezember 2005 ist die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahre um 100.000 gestiegen. Im Westen ist bereits jeder sechste Ältere arbeitslos, im Osten sogar jeder vierte.

Die Politik darf auch nicht länger hinnehmen, dass sich die Wirtschaft auf Kosten der Arbeitslosenversicherung saniert. Allein mit Appellen sind die Arbeitgeber nicht zum Umdenken zu bewegen. Betriebe, die langjährig Beschäftigte entlassen, sollten deshalb stärker zur Finanzierung des Arbeitslosengeldes für Ältere herangezogen werden. Absolut inakzeptabel ist es, die betroffenen Menschen durch die Rente mit 67 für den Jugendwahn der Arbeitgeber zu bestrafen.´