Die Baufirma

Eine Baufirma zu führen bedeutet viel, es bedeutet nicht nur dauernde die Aufträge selbst einzufahren, sondern auch diese Aufträge gut zu kalkulieren und sie gegen die Konkurrenz bestmöglich auszuführen.
Die Kunden müssen zufrieden gestellt werden, und selbst die Kunden die aus welchen Gründen auch immer nicht zahlen wollen müssen noch immer höflich bedient werden. Immerhin ist man auf deren Geld angewiesen und kann sich  nicht noch weiteren Verzug leisten.
Wenn ein Kunde nicht zahlen will und das ist zufällig ein Kunde der sehr viele Leistungen in Anspruch genommen hat, so kommt es nicht selten vor, dass kleine Baufirmen daran pleite gehen, denn gerade diese Firmen kalkulieren immer sehr knapp um überhaupt überleben zu können. Wenn ein Großkunde nicht zahlt und alle Angestellten waren an diesem Auftrag beschäftigt sieht es erst einmal duster aus und die Zukunft der Angestellten ist ungesichert. Aufgrund der Auftragslage bisher und der knappen Kalkulation (die leider sein muss) ist es dem Inhaber der Baufirma auch nicht wirklich möglich Rücklage für schlechte Zeiten zu bilden.

Auch aus dem Grund der nicht vorhandenen Rücklagen müssen nicht wenige Handwerker in der Winterzeit bei der Arbeitsagentur vorstellig werden, in den frühen Frühlingsmonaten werden sie dann wieder bei der bisherigen Firma eingestellt - das hat zum einen den Vorteil dass der Firmeninhaber bereits seine Angestellten kennt und sie nicht einarbeiten muss und zum anderen hat es den Vorteil das dank unseres Sicherungssystems und der Arbeitslosenversicherung der Arbeitnehmer nicht ohne irgendeinen Cent in der Tasche den Winter verbringen muss.
Sicher will jeder Unternehmer seine Angestellten halten und sie selbst über den Winter bringen, aber manchmal nutzt alles nichts und man ist gezwungen die finanzielle Sicherheit über diesen Weg zu gewährleisten. In der Regel sollte eine betriebsbedingte Arbeitslosigkeit auch nur max. 3 Monate andauern, denn gerade über Weihnachten will keiner Handwerker im Haus haben, große Bauunternehmen die hauptsächlich ihre Arbeit im Außenbereich verrichten müssen sind auf die Wetterverhältnisse angewiesen - ist es zu kalt und der Boden gefroren sind Bodenarbeiten nicht möglich bzw. nicht sinnvoll, ebenso sind es mit der Verwendung von Farben und Putzen aus - ach hier muss eine Mindestaußentemperatur von 5 ° C über 24 Stunden hinweg erreicht werden um hochwertig arbeiten zu können.

Auch solche Umstände zwingen den Unternehmer seine Angestellten nach Hause zu schicken. Wenn er absehen kann, dass innerhalb von 2 - 4 Wochen wieder genügend Arbeit da ist, wird der verantwortungsbewusste Unternehmer aber sicher niemanden zur Arbeitsagentur weiterleiten wollen.