Die Stadt Duisburg und das Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft teilen mit:

Die Stadt Duisburg und das Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft teilen mit:

Umweltministerin Bärbel Höhn stellte zu Beginn des Gespräches mit der Stadt Duisburg noch einmal die Schwerpunkte dar, die sie für das weitere Vorgehen des Ministeriums und der beteiligten Behörden für die Stadt Duisburg angeordnet hat: - sofortige Fortsetzung der Messungen an den Meßstellen des Sonderluftreinhalteplans für weitere sechs Monate (die Messungen waren zunächst für ein halbes Jahr befristet gewesen); - alle erhöhten Meßwerte an den Meßstationen werden ab sofort behandelt wie "Störfälle", damit eine unverzügliche Weiterleitung der Daten an die Ministerin gewährleistet wird; - erweiterte Untersuchungen von Gemüse- und Bodenproben aus der unmittelbaren Umgebung der Meßstellen für eine Vegetationsperiode; spezielle Ergebnisse für Endiviensalat lägen Anfang November vor, Grünkohlproben würden zur Zeit genommen; beide Gemüsesorten gelten als besonders aufnahmefähig für die fraglichen Stoffe; - Messungen des Stoffausstoßes der beiden Firmen auf Kosten der Landesregierung - damit wurde bereits mit dem heutigen Tag begonnen; - solche Messungen sind für weitere Firmen veranlaßt worden; alle Erkenntnisse werden der Stadt Duisburg so schnell wie möglich zur Verfügung gestellt.Ministerin Höhn hat am gestrigen Abend im Umweltministerium ein Gespräch mit Vertretern der Firma B.U.S geführt. "Ich begrüße es, daß diese Firma sich jetzt bewegt und im November einen Filter in ihre Anlage einbauen will", sagte Frau Höhn heute in Düsseldorf. Das größere Problem sei ihrer Ansicht nach allerdings die Firma M.I.M., weil diese auch durch ihren niedrigen Schornstein als wahrscheinlichste Verursacherin der Dioxinbelastung gelten müsse. "Mit dieser Firma habe ich morgen eine Besprechung. Ich werde mich vehement dafür einsetzen, daß wir auch hier zu einer kurzfristigen Lösung kommen", sagte Bärbel Höhn. "Es ist nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Duisburger Kupferhütte nicht anzunehmen, daß M.I.M. sich querstellt. Denn das Gericht hat unsere Linie bestätigt: der Einbau eines Aktivkoksfilters ist als die beste Methode anerkannt worden und ist den Firmen auch zumutbar."

"Der Duisburger Ausschuß für Umweltfragen hat in seiner Sitzung am 4.10.1996 die seit Jahresmitte angekündigten Maßnahmen der Firma B.U.S begrüßt. Bei der Firma M.I.M. müßten lange Rechtsstreitigkeiten vermieden werden, zumal auch dieses Unternehmen laut seiner Erklärungen zur Umrüstung bereit ist", so der Umweltdezernent.

In dem ausführlichen Gespräch mit Vertretern der Stadt Duisburg und Beamten des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums wurde das weitere Umgehen mit den hohen Dioxinwerten am Meßpunkt Duisburg-Wanheim abgesprochen. Danach wird die Stadt Duisburg für interessierte und beunruhigte Bürgerinnen und Bürger eine Info-Hotline anbieten unter der Telefonnummer
(0203) 283 2000.

Dort werden alle Fragen zum Anbau von Gartengemüse und Informationen zu den Meßdaten beantwortet. Die notwenigen Informationen dafür werden das Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft, sowie die beteiligten Behörden in allen aktuellen Fragen beisteuern.

Nach Darstellung des Duisburger Umweltdezernenten Jürgen C. Brandt gibt es inzwischen Anfragen aus der Bevölkerung zur Gesundheit. Deshalb haben Stadt Duisburg und das Umweltministerium vereinbart, zweistufig vorzugehen.

Die Umweltministerin Bärbel Höhn hält vor allem eine langfristig angelegte epidemiologische Blutuntersuchung für sinnvoll und wird dafür ein Konzept erarbeiten lassen, sowie Mittel im Landeshaushalt für eine solche Untersuchung beantragen. Kurzfristig werden an Gesundheitsuntersuchungen Interessierte beraten durch die Stadt Duisburg über das Gesundheitsamt. Darüber hinaus soll geprüft werden, ob die Milch stillender Mütter möglichst schnell untersucht werden kann, wenn sie dies wünschen. Wie 1992 wird die Stadt eine Neuauflage eines Merkblattes für Kleingärtner erarbeiten, in dem die Verzehrsempfehlungen und Anbauhinweise aktualisiert werden. In Kürze, vorraussichtlich schon Ende November, wird es ein Treffen mit dem Kleingärtnerverband, zu dem Fachleute aus den zuständigen Behörden mit eingeladen werden, geben. Alle Erkenntnisse werden dort vorgestellt und erläutert. Interessierten Bürgerinnen und Bürgern wird eine Teilnahme ermöglicht.