Ein Kloster wird hochwassertauglich - Das Kloster Weltenburg am Fuß der Donau

Ein Kloster wird hochwassertauglich - Das Kloster Weltenburg am Fuß der Donau
Die Benediktinerabtei Weltenburg, das älteste Kloster Bayerns und Weltkulturerbe, wurde um 600 nach Christus von Columbaner- Mönchen gegründet. Die Abtei liegt in der Nähe von Kelheim am Eingang des romantischen Donau-Durchbruchs. Niemand weiß genau, was die Mönche vor 1.400 Jahren bewogen hat, sich direkt an der Donau niederzulassen. Die Idylle ist nämlich regelmäßig vom Hochwasser bedroht. Besonders Pfingsten 1999 traf das Hochwasser Kloster Weltenburg mit voller Wucht. Bei einem Pegelstand von acht Metern wurden Erdgeschoss, Brauerei, Schänke und
Klosterladen überspült. Der Schaden wurde auf über 1,5 Millionen Euro geschätzt. Nach diesem Hochwasser entschloss sich das zuständige Wasserwirtschaftsamt Landshut zu nachhaltigen Schutzmaßnahmen im Bereich der Fundamente und Außenmauern. Mit der Ausführung der notwendigen Arbeiten wurde die Firma Bilfinger Berger Spezialtiefbau aus München beauftragt. Die Auftragssumme lag bei über einer halben Million Euro. Die Bauarbeiten wurden in der ersten Jahreshälfte 2006 ausgeführt. Zur Sicherung des historischen Bestands wurde zunächst rings um das Kloster eine unterirdische Dichtwand mit Hilfe von Hochdruck-Injektions-Dichtsäulen errichtet. Zur Herstellung der Dichtsäulen musste von der Geländeoberkante bis zum Felshorizont, der in einer Tiefe von neun bis zwölf Metern ansteht, gebohrt werden. Durch Einpressen von Zementleim, der sich in den Kiesschichten verteilt und dann erhärtet, bildet sich zwischen Fundament und Fels eine dichte Betonschicht. Das bei Hochwasser steigende Grundwasser kann nun nicht mehr in die Gebäude drücken. So entstand eine dreihundert Meter lange Untergrundabdichtung, die an die hinter dem Kloster ansteigende Felswand anschließt. Oberirdisch übernehmen die Außenmauern der Klostergebäude den Hochwasserschutz. Um diese so zu stärken, dass sie den zusätzlichen Horizontallasten des Wasserdrucks standhalten, wurden die Fundamente mit der unterirdischen Dichtwand verbunden. Im Bereich der beiden Toreinfahrten am West- und am Nordtor sowie an der Apsis der Asamkirche wurden auf der Dichtwand Fundamentbalken erstellt, in die die erforderlichen Anschlusskonstruktionen für den mobilen Hochwasserschutz eingebaut wurden. Sie bestehen aus Stahlstützen und Aluminiumelementen. Für den seitlichen Anschluss der Schutzwände an die Gebäude wurden unter Beachtung der architektonischen Rahmenbedingungen spezielle Anschlusskonstruktionen in das Mauerwerk eingelassen. Für die Hochdruckinjektionen wurden mehr als 2.000 Tonnen Zement aus dem Werk Burglengenfeld geliefert. In einer Mischanlage, die vor den Klostermauern aufgebaut wurde, konnte der Zement mit Wasser gemischt und in die Bohrlöcher gepresst werden. Die Arbeiten konnten glücklicherweise noch unmittelbar vor einem erneut steigenden Hochwasser abgeschlossen
werden.
Kasten: Hochdruckinjektion wie sie funktioniert
Bei Unterfangungen oder Abdichtungen werden in den Bereichen unter den Fundamenten Suspensionen (Zementleim und Zusätze) eingepresst, die zusammen mit dem anstehenden Boden einen verfestigten, dichten und standfesten Unterfangungskörper bilden. Bei dem Verfahren werden in gering definierten Abständen Löcher gebohrt. Nach Möglichkeit wird so tief gebohrt, dass dichte und tragfähige Schichten im Untergrund zum Beispiel im Felsen erreicht werden. Von den Bohrlöchern ausgehend wird der anstehende Boden mit einem Hochdruckstrahl aus Zementsuspension aufgeschnitten und durchmischt. Die dabei entstehenden Injektionssäulen, die immer alternierend hergestellt
werden, überschneiden sich und bilden im Verbund nach dem Erhärten einen kompakten Körper. Die Ergebnisse der Dichtigkeit hängen von der Geometrie der Säulen und der Durchlässigkeit des Düsenmaterials ab.

Bild 1: Die Klostermauer mit den angezeichneten Hochwasserständen der letzten Jahre. Foto: Steffen Fuchs

Bild 2: Das Kloster Weltenburg am Fuß der Donau. Foto: Steffen Fuchs
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