Einbau einer Sauna muss nicht gegen Teilungserklärung verstoßen

Einbau einer Sauna muss nicht gegen Teilungserklärung verstoßen

Für die meisten Wohnungseigentümer käme die Einrichtung einer Sauna im Keller gar nicht infrage, weil sie dort viel zu viel Mobiliar und Vorräte gelagert haben. Was aber, wenn sich jemand trotzdem dazu entschließt und die Nachbarn protestieren. Nach Information des Infodienstes Recht und Steuern der LBS kann das nicht so ohne weiteres verwehrt werden.
(Oberlandesgericht Frankfurt/Main, Aktenzeichen 20 W 378/03)Der Fall: Kaum hatten die Nachbarn mitbekommen, dass ein Miteigentümer in seiner Freizeit zum Schwitzen in den Keller ging, holten sie die Teilungserklärung hervor. Demnach sei der Raum eindeutig als „Keller“ bezeichnet, was den Einbau einer Trockensauna verbiete. Der Betroffene verwies darauf, er störe mit seinem Hobby niemanden. Letztlich sei es für seine Umgebung nicht anders, als wenn er gelegentlich zum Umräumen in den Keller gehe.

Das Urteil: Nur weil von einem „Keller“ die Rede sei, entschieden die Richter, dürfe man nicht alle anderen Verwendungszwecke automatisch ausschließen. Es gebe ja auch Menschen, die dort musizierten oder andere Hobbys pflegten. Entscheidend sei, ob die Mitbewohner gestört würden. So müsse der Saunafreund dafür Sorge tragen, dass keine Dämpfe in das restliche Gebäude dringen und auch sonst niemand gestört werde. Habe er das getan, dann dürfe er ruhigen Gewissens schwitzen.