Europaerfahrung während der Lehre

Europaerfahrung während der Lehre

HwK-Lehrlingsaustauschprogramm brachte junge Wiener nach Koblenz

Presse-Informationen der HwK Koblenz
"Werte zu erhalten durch das Reparieren, Umarbeiten und Pflegen von Schmuckstücken ist einfach faszinierend", so Franziska Weißkircher, Gold- und Silberschmiedelehrling aus Wien. "Dabei ist die gesamte Bandbreite des handwerklichen Könnens, von der Materialbearbeitung, den Kenntnissen über Werkstoffe und zeichnerisches Talent, gefragt", fügt sie hinzu. Ihr Praktikum absolvierte sie in der Koblenzer Firma C.W. Müller. Andreas Gras, Goldschmiedemeister in der Firma, zeigte der jungen Frau verschiedene Techniken der Edelmetallbearbeitung. Mit Lehrling Laura Knopp aus Eitelborn, die von Andreas Gras ausgebildet wird, tauschte Franziska Erfahrungen über Goldschmiedelehre und Berufsschule aus.Mit neuen Erfahrungen im Sandstrahlen kehrt Glasergeselle Matthias Landt, der in seiner Heimat hauptsäch-lich Bauverglasung macht, nach Wien zurück. Er hat sein Praktikum bei Glasermeister Julius Caspary absol-viert. "Hier wird noch mehr auf Sauberkeit und Genauigkeit geachtet als bei uns", bekennt er. Leopold-Markus Steinböck, Metalldesigner, ist doppelt zufrieden. Er hat ein Praktikum bei Schlossermeister Franz Bollinger in Waldesch und bei Jens Nettlich, Metallgestalter in Dieblich, gemacht. "Der Herr Bollinger wollt mich glatt behalten und zu Herrn Nettlich kehre ich bereits im Juni für ein halbjähriges Praktikum zurück. Seine Arbeiten haben mich begeistert. In seiner Schmiede kreiert er vorwiegend ausgefallene Messer. Dabei bedient er sich historischer Techniken in vollendeter handwerklicher Ausführung, kombiniert mit anspruchsvollem Design. Die Messer haben eine Seele", schwärmt er.

Franziska, Matthias, Leopold-Markus und sieben weitere österreichische Lehrlinge aus verschiedenen Handwerken nahmen an einem Ausbildungsaustausch der Handwerkskammer Koblenz und der Wirtschafts-kammer Wien, Sektion Gewerbe und Handwerk, teil. Es ist bereits der siebte Lehrlingsaustausch mit Öster-reich. Im Sommer 1993 fuhren erstmals deutsche Handwerkslehrlinge nach Wien. Ziel der Austauschpro-gramme ist, das Handwerk im jeweiligen Land und sein Ausbildungssystem kennen zu lernen, neue Fach-kenntnisse zu erwerben und damit zur europäischen Verständigung beizutragen. Neben der Ausbildung in einem Handwerksbetrieb gehört auch das Kennenlernen der Umgebung dazu. So waren die Österreicher auf der Festung Ehrenbreitstein und machten einen Abstecher zum Nürburgring.

Zurzeit bietet die HwK ihren Lehrlingen die Möglichkeit, in verschiedenen Ländern Europas Leben und Arbei-ten im direkten Kontakt kennen zu lernen. Austauschprogramme gibt es beispielsweise nach Cork in Irland und nach Thessaloniki/Griechenland. Gelegenheit zum Gegenbesuch in Wien gibt es im nächsten Jahr. Auch nach Frankreich ist ein Lehrlingsaustausch möglich.

Die Maßnahmen werden durch Programme der Europäischen Union und /oder des Landes Rheinland-Pfalz finanziell gefördert, sodass für die Lehrlinge nur eine geringe Kostenbeteiligung entsteht.

Informationen zu den Lehrlingsaustauschprogrammen bei der Handwerkskammer Koblenz:
Tel.: 0261/398-223, Fax: -994, E-Mail: ausbild@hwk-koblenz.de