Farbe für Fachwerk

Farbe für Fachwerk

Fachwerkhäuser prägen das Erscheinungsbild vieler Straßen und Plätze in kleinen und großen Städten sowie Dörfern. Diese oft viele Jahrhunderte alten Bauten sind wegen ihrer pittoresken Fassaden besonders erhaltenswert. Hinzu kommt, dass sie deutlich belebende Farbakzente setzen, die bis in die Details hinein durch sorgfältige Renovierung hervorgehoben werden können. Zuständig dafür ist das Maler- und Stuckateurhandwerk, das sich auch im Verarbeiten der für Fachwerk am besten geeigneten Farben und Lacke auskennt. Über 25 Jahre Erfahrung mit dem Erhalten von Fachwerkhäusern hat Architekt Roland Fromme, aus Bad Soden im Taunus. Er sagt: „Für das Holzwerk eignen sich am besten Leinölfarben. Sie dringen tief in das Holz ein und machen selbst bei acht- bis zehnmaligem Überstreichen keine Probleme. Für die Putzflächen sollten mineralische Farben zum Beispiel auf Silikatbasis eingesetzt werden. Sie sind hoch wasserdampfdiffusionsfähig. Eine besonders attraktive Optik lässt sich erzielen, wenn die Silikatfarben lasierend aufgetragen werden, weil sie damit das Althaus-Erscheinungsbild originalgetreu wiedergeben.“

Verputzte Fachwerkfassaden können wie alle anderen Außenputze renoviert werden. Sie lassen sich deswegen auch mit einem Wärmedämm-Verbundsystem energetisch modernisieren. Das ist bei frei gelegtem oder in Stand gesetztem Fachwerk nicht gegeben. Für dessen Wärmedämmung eignen sich am besten Lehmleichtbauplatten mit Hinterfüllung. Sie sollten maximal 3,5 Zentimeter dick sein und werden im Innenbereich eingesetzt. Grundsätzlich sollte die historisch vorgegebene Substanz so weit wie möglich beibehalten werden.

Wenn Gefache entfernt und neu aufgemauert werden müssen, ist Lehmstakung zu empfehlen. Es können stattdessen auch Lehmstein oder Bimsstein verwendet werden. Dampfsperren empfehlen sich nicht. Weiche Putze aus Lehm oder Kalk sind zu bevorzugen.

Zur Farbgebung der Fassaden informiert das Deutsche Lackinstitut darüber, dass diese mit den Architekten und Denkmalschützern abgestimmt werden sollte. Dabei könnten auch farblich passende Ritzer oder Beistriche eingeplant werden. Die Haarrisse zwischen Putz und Fachwerk seien kein Problem, da sie sich nicht nachteilig auf die Bausubstanz auswirkten und deswegen auch nicht abgedichtet werden sollten.